Zum Tod von Benno Leiverkus

Bewegende Worte zum „Bischof vom Hardtberg“

Gut gelaunt und den Menschen zugewandt, so kannten ihn die Duisdorfer: Walter Nettekoven (l.) überreicht Benno Leiverkus 2007 eine Skulptur des Duisdorfer Esels.

Gut gelaunt und den Menschen zugewandt, so kannten ihn die Duisdorfer: Walter Nettekoven (l.) überreicht Benno Leiverkus 2007 eine Skulptur des Duisdorfer Esels.

DUISDORF. Der Tod des früheren Duisdorfer Pfarrers Benno Leiverkus (80) hat bei vielen Bürgern, die ihn kannten, große Trauer ausgelöst.

Auf der Facebook-Seite kommentierten Weggefährten des beliebten Geistlichen die GA-Berichterstattung über sein Ableben: „Der Pfarrer meiner Kindheit und Jugend. Er hat eine ganze Generation geprägt. Auf seine Weise“, erinnerte sich Melanie Golab. Und Julia Rissing schrieb: „Er war der tollste Pfarrer! Es ist so traurig, dass er verstorben ist.“

Auch der frühere Hardtberger Bezirksbürgermeister Gerhard Lorth äußerte sich zum Tode Leiverkus'. „Benno Leiverkus war nicht nur leidenschaftlicher Pfarrer, sondern hat sich auch aktiv in die Entwicklung des Stadtbezirks Hardtberg eingebracht.“

Er sei in einer spannenden Zeit in Duisdorf Seelsorger gewesen, sagte Lorth und erinnerte an den umstrittenen Bau der Fußgängerzone in Duisdorf. Leiverkus habe stets mäßigend auf die Streitenden eingewirkt und ihn als Bezirksvorsteher bei der Umsetzung der Pläne unterstützt. Auch habe er sich für den Bau des ökumenischen Ortsteilzentrums auf dem Brüser Berg engagiert, obwohl Leiverkus wusste, dass er sich mit dieser Haltung damals bei seinen Vorgesetzten in Köln keine Freunde machte.

An diesen Einsatz für die Ökumene erinnert sich auch die heutige Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand zurück: „Das ökumenische Projekt war ihm sehr wichtig, und er setzte sich mit seinen Ecken und Kanten dafür ein“, betonte Thorand.

Auch Irmgard Schoenen meldete sich beim GA, um ebenfalls einige Erinnerungen an Leiverkus mitzuteilen. Als ehemalige Leiterin der katholischen Rochus-Grundschule mitten im Herzen Duisdorfs hatte sie lange Jahre mit dem Geistlichen zusammengearbeitet und war mit ihm freundschaftlich verbunden.

„Authentisch, positiv denkend und humorvoll“

„Authentisch, positiv denkend und humorvoll, so war er“, sagte Schoenen. Einmal habe sie mit Kollegen zur Vorbereitung des Schulgottesdienstes in seiner Küche gesessen. Eine Lehrerin sei telefonisch zugeschaltet gewesen. Während des Gesprächs lief ein Huhn durch die Pfarrküche – Leiverkus liebte es, eigene Hühner zu halten. „Du blödes Suppenhuhn“, fauchte der Priester das Huhn an und scheuchte es wieder aus der Küche.

Die Folge: Die Kollegin am Telefon dachte, sie sie gemeint und war zutiefst beleidigt, sagte Schoenen und muss noch heute über diese Anekdote schmunzeln. So können fast alle Alteingesessenen aus der Gemeinde eine Geschichte über den „Bischof vom Hardtberg“, wie sie „ihren“ Pfarrer gerne nannten, erzählen.

Der leitende Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde Sankt Rochus und Augustinus, Jörg Harth, teilte gestern mit, dass im Gedenken an Leiverkus an diesem Freitag um 19.30 Uhr in St. Rochus ein Abendgebet gehalten wird. Der Sarg des Verstorbenen wird in der Kirche aufgebahrt. Gegen 20 Uhr können Wegbegleiter aus ihren Erinnerungen an den früheren Pfarrern erzählen. Im Anschluss gibt es eine Totenwache.

Beisetzung auf dem Alten Friedhof geplant

Tags darauf wird am Samstag die Auferstehungsmesse um 10 Uhr in der Kirche gefeiert. Die Beisetzung ist nach Aussegnung und gemeinsamer Prozession auf dem Alten Friedhof geplant. Wer an der Messe teilnimmt, kann eine unverpackte Blume mitbringen, die in Vasen gesammelt und am Sarg aufgestellt werden.

Im Anschluss an die Beerdigung besteht in der Wagenhalle der Freiwilligen Feuerwehr Duisdorf die Möglichkeit der Begegnung. Statt Kränzen bittet die Gemeinde im Sinne des Verstorbenen um Spenden für die Lebenshilfe in Köln-Porz, die sich für Menschen mit Behinderungen engagiert (Informationen unter www.lebenshilfe-rbk.de). In den kommenden Tagen liegt in der Kirche ein Kondolenzbuch bereit.