Zuwachs für den Bürger Bund Bonn

Barbara Naß wechselt die Seite

Barbara Naß und Rainer Gohlke werden künftig im Bürger Bund Bonn zusammenarbeiten. FOTO: ROLAND KOHLS

Barbara Naß und Rainer Gohlke werden künftig im Bürger Bund Bonn zusammenarbeiten.

HARDTBERG. Knapp zwölf Monate nach ihrem Austritt aus der SPD hat sich die Bezirksverordnete Barbara Naß einer neuen Partei angeschlossen: dem Bürger Bund Bonn (BBB).

"Als Alleinkämpferin habe ich jetzt ein Jahr verstreichen lassen. Ich hatte viel Zeit nachzudenken. Jetzt will ich wieder in einer Gemeinschaft kommunale Politik betreiben", sagte Naß dem General-Anzeiger. Gemeinsam mit dem Bezirksverordneten Rainer Gohlke will sie dies tun. "Die Situation ist jetzt viel günstiger", sagte Gohlke. "Wir haben nun viel mehr Möglichkeiten."

Naß war 35 Jahre lang SPD-Mitglied. In diesem Zeitraum führte sie die Fraktion zwei Wahlperioden lang in der Bezirksvertretung (BV) Hardtberg und war achteinhalb Jahre Ortsvereinsvorsitzende. Im Juni vergangenen Jahres schickte die Politikerin die Austrittserklärung aus der SPD an den damaligen Vorsitzenden der Partei, Ernesto Harder.

Zwar hätten die Querelen in der SPD bereits bis zum Jahr 2008 zurückgereicht, die Abstimmungen rund um die Kommunalwahl im vergangenen Jahr haben das Fass aber zum Überlaufen gebracht, sagte Naß damals. Vor dem Urnengang sei sie bei der Wahl um den Fraktionsvorsitz von Dominik Loosen von diesem Posten verdrängt worden, habe aber ihren Sitz in der Bezirksvertretung Hardtberg als Parteilose behalten. Naß waren Ende vergangenen Jahres weitere sechs langjährige Parteimitglieder gefolgt.

Nun hatte sich Naß nach einer neuen Partei umgeschaut. "CDU und FDP wären für mich nie infrage gekommen. Seine Gesinnung hängt man ja nicht einfach so an den Nagel", sagte Naß. "Die Grünen sind ja leider eine Koalition mit den beiden Parteien eingegangen."

Mit Gohlke, Barbara Ingenkamp, die ebenfalls aus der SPD ausgeschieden ist und sich dem BBB angeschlossen hat, sowie Bernhard Wimmer habe es seit längerem konstruktive Gespräche gegeben. Ende Mai ist Naß dann der Partei beigetreten und hat einige Ideen mitgebracht.

"Es gibt Themen, die mich weiterhin beschäftigen. In der Stadt gibt es so viele Dinge vor der eigenen Haustür, die wir nun gemeinsam angehen können", so Naß. Das sieht man von Seiten des BBB wohl ähnlich. "Grundsätzlich sind die Verfahren und Inhalte, die wir besprochen haben, verträglich", so Gohlke. Man habe bei aktuellen Themen die gleiche Auffassung. Das sei eine gute Grundlage für ein gemeinsames Wirken für den Hardtberg. Pendlerstudie

Zwar sei das Thema SPD für die 61-Jährige abgehakt, einer politischen Zusammenarbeit mit den ehemaligen Parteigenossen steht Naß aber offen gegenüber. "Wenn es sinnvolle Anträge der SPD gibt, die die Stadt voranbringen, dann werde ich mich nicht dagegenstellen. Es geht für mich in erster Linie immer um die Bürger."