Millionenprojekt für die Regionalbahn 23

Bahn verbessert das Netz der Voreifelbahn

HARDTBERG/VORGEBIRGE.  Bei der Voreifelbahn (RB 23) steht das größte Schienen-Bauprojekt seit Inbetriebnahme der Bahnstrecke zwischen Bonn und Euskirchen an. Auf dem 31 Kilometer langen Teilstück werden vier neue Haltepunkte gebaut und fünf Bahnhöfe modernisiert.
Die neuen Dieseltriebwagen vom Typ Coradia sollen den Talent-Zug ersetzen.
								Foto: Alstom GmbH
Die neuen Dieseltriebwagen vom Typ Coradia sollen den Talent-Zug ersetzen. Foto: Alstom GmbH

Nach Karneval starten die ersten Bauarbeiten. Dadurch kommt es für die Fahrgäste zum Teil zu erheblichen Einschränkungen, vor allem in diesem Jahr. Ab 2014 verspricht die Bahn deutliche Verbesserungen.

Das Projekt ist mit 66 Millionen Euro ein wichtiges Infrastrukturprojekt für den linksrheinischen Bereich. "Die Wege zu den Zügen sollen damit für die Menschen kürzer werden", sagte Bahn-Manager Heiner Schwarz gestern bei der Vorstellung der Details.

Mit dem Ausbau soll die Zahl der Fahrgäste auf der RB 23 von derzeit rund 14 400 auf 19 000 Kunden pro Tag gesteigert werden. Die Finanzierung erfolgt zum Großteil durch das Land NRW, den Rest teilen sich Bund, Bahn und Nahverkehr Rheinland.

Um Fahrzeitverluste durch die zusätzlichen Stopps zu kompensieren, erhält die Strecke zwischen Witterschlick und Duisdorf für knapp 16 Millionen Euro ein zweites Gleis - das ist das bautechnisch größte Projekt. Zum Bahnübergang am Weck-Werk ist das letzte Wort der Schließung noch nicht gesprochen, weil noch Einwendungen laufen.

Außerdem werden vor dem Hauptbahnhof Bonn, wo Züge bisher nur im Schritttempo fahren, zwei neue eigene Gleise für die RB 23 samt Weichen gebaut (13 Millionen Euro) sowie der Bahnsteig im Hauptbahnhof um acht Meter verlängert. Und es kommt bald neue Züge, die den alten "Talent" ablösen. Von den neuen Dieseltriebwagen des Typs Coradia Lint des Herstellers Alstom seien die ersten derzeit in der Produktion, so Peter Alsbach (DB Regio).

Das sind die vier Haltepunkte, die neu gebaut werden, mit je zwei Bahnsteigen, Rampen oder behindertengerechten Unterführungen:

Helmholtzstraße (Duisdorf):

  • Bauzeit: Febr. 2013 bis März 2014.
  • Inbetriebnahme: Dezember 2013.
  • Baukosten: 2,9 Mio. Euro;
  • Ein-/Ausstiege (Prognose): 1640 Fahrgäste/Tag.
  • Besonderheit: Bike & Ride-Anlage mit 70 Plätzen und vier Behindertenparkplätzen, ansonsten keine neuen Parkmöglichkeiten. Gleiserneuerung zwischen Bahnhofstraße und Alter Heerweg.

Rheinbach-Römerkanal:

  • Bauzeit: Febr. 2013 bis März 2014.
  • Inbetriebnahme: Dezember 2013
  • Baukosten: 2,5 Mio. Euro;
  • Ein-/Ausstiege (Prognose):
  • 960 Fahrgäste/Tag.
  • Besonderheit: Park & Ride-Anlage und Anschluss an das Busnetz durch die Stadt Rheinbach.

Endenich-Nord (Auf d. Hügel):

  • Bauzeit: Juni 2013 bis März 2015.
  • Inbetriebnahme: Dezember 2014.
  • Baukosten: 2,5 Mio. Euro;
  • Ein-/Ausstiege (Prognose):
  • 870 Fahrgäste/Tag.
  • Besonderheit: Bike&Ride-Anlage und eine neue Bushaltestelle.

Alfter-Impekoven:

  • Bauzeit: April 2014 bis März 2015.
  • Inbetriebnahme: Dezember 2014
  • Baukosten: 1,0 Mio. Euro;
  • Ein-/Ausstiege (Prognose):
  • 560 Fahrgäste/Tag.
  • Besonderheit: Bau der Außenbahnsteige in Zusammenhang mit dem Bau des zweiten Gleises.

Harte Zeiten für Kunden der Bahn

Das Mammut-Bauprojekt auf der RB 23-Strecke wird spätestens mit Beginn der Sommerferien für gravierende Einschränkungen im Betrieb sorgen. Denn dann kommen die Züge nur noch halb so oft. In den Sommerferien 2014 wird's noch schlimmer, dann wird die Strecke zwischen Duisdorf und Witterschlick komplett gesperrt werden müssen. Im Detail:

22. Juli bis 29. September 2013: Weil die die Strecke zwischen Duisdorf und Bonn dann nur eingleisig zu befahren ist, kommen die Züge in der Hauptverkehrszeit (HVZ) nur alle 30 statt alle 15 Minuten. Dafür wird das Sitzplatzangebot von 320 auf 480 Plätze erhöht, indem ein dritter Triebwagen angehängt wird. In den Buslinien gibt es dann aber Zusatzfahrten und Fahrtenverlängerungen, so die Bahn.

30. September bis 14. Dezember: Dann wird das andere Gleis zwischen Duisdorf und Bonn gesperrt. Zusätzlich zum Halbstundentakt findet in der HVZ eine weitere Fahrt pro Stunde statt. In Richtung Bonn wird bis 8 Uhr der derzeitige Fahrplan gefahren, danach fallen einzelne Zugfahrten zwischen Rheinbach und Bonn bzw. Rheinbach und Meckenheim aus. Auch hier sollen in Bussen zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden.

Sommerferien 2014: Komplettsperrung von Duisdorf bis Witterschlick. Es wird Schienenersatzverkehr geben. Die Bahn verspricht, den Kunden genaue Infos frühzeitig vor Beginn der jeweiligen Bauphasen in Fahrplanbroschüren, Aushängen an Bahnhöfen, Fahrplanmedien sowie Mitteilungen in der Presse zu geben.

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