Hardtberger Podiumsdiskussion

Bürger wehren sich gegen Bebauung des Meßdorfer Felds

Duisdorf. Beim GA-Dialog über die Baupolitik auf dem Hardtberg fordert das Publikum, dass Freiflächen erhalten bleiben. Zudem erhielt der Vorschlag, mehr auf Generationenwohnen zu setzen, Zuspruch.

Wie ein Grundgesetz will Rudolf Schmitz festschreiben: „Das Meßdorfer Feld ist unantastbar“. Sein Eintreten für das Landschaftsschutzgebiet brachte dem Sprecher der Bürgerinitiative Meßdorfer Feld Applaus der meisten der rund 50 Gäste des GA-Dialogs „Wohnen und Bauen in Hardtberg“ ein. Auf dem Podium saßen neben Schmitz die Stadtverordneten Gabi Mayer (SPD), Bert Moll (CDU) und Brigitta Poppe-Reiners (Grüne); GA-Redakteur Rüdiger Franz moderierte.

Einer aus dem Publikum wollte sich dem Schmitz'schen Grundgesetz indes partout nicht anschließen. „Das Meßdorfer Feld muss bebaut werden“, forderte der Endenicher Georg Jung. „Es kann nicht sein, dass Gewerbe abwandert, und wir hier freie Flächen haben.“ Mit seinem Votum stand Jung allein auf weiter Flur. Zuletzt wurde ein Versuch der städtischen Wirtschaftsförderung abgeschmettert, ein Areal am Hermann-Wandersleb-Ring als mögliche Gewerbe- und Industriefläche in Betracht zu ziehen.

Ein Konflikt schwelt allerdings nach wie vor und wird lediglich durch den Koalitionsvertrag von CDU, FDP und Grünen in Schach gehalten. Der zweite Bauabschnitt „Am Bruch“ – im sogenannten Lorth-Zipfel – wird nicht weiter verfolgt. „Es ist ein klares Bekenntnis“, sagt Gerd Moll, wenngleich die Realisierung des zweiten Bauabschnitts aus Sicht der CDU Sinn ergebe. Es handele sich doch lediglich um Randbebauung, was eine Zuhörerin mit der Bemerkung quittierte: „Es gibt immer einen neuen Rand, wenn ich den alten bebaue.“ Brigitte Poppe-Reiners machte deutlich, dass die Grünen das Meßdorfer Feld immer verteidigen werden. „Eine Salamitaktik kommt für die SPD nicht in Frage“, bezog auch Gabi Mayer Position. „Es gibt aber eine Konfliktlinie zwischen Umweltschutz und Wohnungsbedarf.“ Sie verwies darauf, dass in den vergangen zehn Jahren in Hardtberg rund 500 neue Wohnungen entstanden seien und viele Hundert weitere wie etwa auf dem Gallwitz-Gelände derzeit gebaut würden.

Publikum will Lösungen hören

Das Publikum wollte indes von den Politikern nicht von Problemen, sondern von Lösungen hören und beteiligte sich rege am Ideenaustausch. „Einfamilienhäuser verbrauchen zu viel Fläche, stattdessen müssen Hochhäuser gebaut werden“, schlug einer vor. Eine Bonnerin hatte sich Gedanken über den Lehrstand gemacht und in der Stadt rund 3300 Wohnungen gefunden. „Da sollte die Verwaltung etwas unternehmen.“ Großen Anklang fand der Vorschlag, Mehrgenerationenwohnen stärker in die Planung aufzunehmen. Als schwer umsetzbar beurteilte indes das Publikum die Idee, eine Tauschbörse für Ältere einzurichten, die sich häuslich verkleinern wollen. Ein junger Mann forderte mehr sozialen Wohnungsbau. „Die Mieten in Bonn steigen derart, dass sich viele eine Wohnung nicht mehr leisten können und ins Umland ziehen.“ Gabi Mayer verwies auf den Baulandbeschluss, der bei jedem Neubauprojekt 40 Prozent geförderten Wohnungsbau vorschreibt.