Bei der Dorfkirmes

Aus für traditionelles Schürreskarren-Rennen in Lengsdorf

Diese Bilder wird es in Zukunft nicht mehr geben: Das Schürreskarren-Rennen auf der Lengsdorfer Kirmes findet nicht mehr statt.

Diese Bilder wird es in Zukunft nicht mehr geben: Das Schürreskarren-Rennen auf der Lengsdorfer Kirmes findet nicht mehr statt.

Lengsdorf. Die Lengsdorfer Kirmes im Mühlenbach findet erstmals ohne Schausteller statt. Dran glauben muss auch eine Traditionsveranstaltung.

Lang ist's her, dass ein Kirmeswochenende der Höhepunkt in den Ortsteilen war. Die Zahlen der Besucher gehen ständig zurück. Auch vor Lengsdorf, wo die Kirmes seit Jahren schwächelt, macht diese Entwicklung nicht halt. Deshalb hat der Ortsfestausschuss (OFA) reagiert. Die Kirmes wird um einen Tag verkürzt, Karussells und Buden gibt es nicht mehr. Und das traditionelle Schürreskarren-Rennen findet auch nicht mehr statt.

Schweren Herzens, so Vorsitzender Christoph Schada, müsse der Ortsfestausschuss seine traditionelle Kirmes am ersten Augustwochenende umplanen. „Eine Kirmes ohne Schausteller beziehungsweise Fahrgeschäfte ist zwar keine richtige Kirmes mehr, aber wir werden das Beste aus dieser Situation machen“, sagte er. Der Ortsfestausschuss wird einen Biergarten vor dem Vereinshaus betreiben, es gibt etwas Live-Musik dazu – das war's. Ganz auf die „Kirmes“ wollten die Lengsdorfer dann aber doch nicht verzichten.

Hintergrund der Änderung ist laut Schada der Umstand, dass die Arbeitsgemeinschaft der Bonner Schausteller bisher kein Genehmigungsverfahren bei der Stadtverwaltung angemeldet hat. Straßenabsperrung und verkehrslenkende Maßnahmen der Buslinien sowie die Müllentsorgung fallen in die Zuständigkeit der Schausteller. Der Ortsfestausschuss mit seinen Vereinen organisierte das Rahmenprogramm.

Ganz ohne Kirmes geht es nicht

Über die faktische Absage der Schausteller zeigte sich Schada enttäuscht. „Trotz mehrfachem Versuch einer Kontaktaufnahme des OFA mit der ARGE blieben diese Anfragen bis heute unbeantwortet“, erklärte er. „Dies zeigt mir doch das große Desinteresse der Schausteller, zu uns nach Lengsdorf zu kommen.“ Schausteller-Sprecher Peter Barth ist zwar nicht dafür zuständig, bittet aber um Verständnis für seine Kollegen. „Die Straßensperrung in Lengsdorf ist sehr teuer. Und das ist mit einem Karussell und drei Ständen nicht zu finanzieren“, sagte er dem GA.

Aber so ganz ohne Kirmes wollen die Lengsdorfer dann doch nicht leben. Aus diesem Grunde wurde ein Kirmesausschuss gegründet, der nun die abgespeckte Version organisiert. „Zuerst einmal verkürzen wir die Kirmes um einen Tag, somit findet montags nichts mehr statt“, kündigt Schada an. Das organisierte Programm wie die Zacheies-Verurteilung, der Köttzug und der Frühschoppen finde jetzt nur noch von Freitag bis Sonntag statt.

Halbseitige Sperrung auf Straße "Im Mühlenbach" beantragt

Im und vor dem Bürger- und Vereinshaus wird wieder ein Biergarten aufgebaut, in dem am Freitag- und Samstagabend zu Livemusik getanzt werden kann. Schada zeigte sich zuversichtlich, dass dies unter der Mithilfe der Ortsvereine gelingt. Bei der Stadtverwaltung hat er die halbseitige Sperrung der Straße Im Mühlenbach beantragt, reguliert durch eine Baustellenampel und Einzäunung der halben Straßenseite. Weil nicht mehr die ganze Straße zur Verfügung steht, könne das Schürreskarren-Rennen nicht mehr stattfinden.

Wie zukünftige Kirmesfeste in Lengsdorf aussehen werden, möchte der OFA erst nach der diesjährigen Kirmes vom 3. bis 5. August festlegen. „Jetzt wird erst einmal gefeiert, ob mit oder ohne Schausteller.“ Das traditionelle Schürreskarren-Rennen war früher bei jeder Kirmes im Rheinland gang und gäbe gewesen. Die alte Tradition drohte zu verschwinden, aber 1986 lebte sie in Lengsdorf wieder auf. In jenem Jahr wurde der Lengsdorfer Parcours erstmals gefahren, damals noch ein Stück die Uhlgasse hinauf. Und seitdem jedes Jahr wieder aufs Neue – bis zum vergangenen Jahr.