Elefanten müssen draußen bleiben

Astrid Steffes verleiht Geschirr aus Porzellan in Duisdorf

Astrid Steffes hat einen Faible für schönes Porzellan. In ihrer „Kutsche“ findet sich so manches Exemplar.

Astrid Steffes hat einen Faible für schönes Porzellan. In ihrer „Kutsche“ findet sich so manches Exemplar.

Duisdorf. Aus Hobby wurde Leidenschaft: Astrid Steffes verleiht Gläser und Geschirr aus Porzellan. "Porzellankutsche" heißt ihr Verleihservice.

Elefanten haben keinen Zutritt. Dafür hat Astrid Steffes gesorgt. „Wir haben extra schmale Türen. Da passt keiner durch“, lacht die 60-Jährige. Denn so ein Dickhäuter oder andere Trampeltiere könnten in ihrem Lager schnell einen enormen Schaden anrichten: Teller, Tassen, Gläser, Schüsseln – bis unter die Decke stapelt sich das Geschirr in ihrer Halle an der Bahnhofstraße in Duisdorf. Alles fein säuberlich verpackt und abgedeckt in Kisten. Mit dem Schild „Die neue Essklasse“ werden ihre Kunden am Eingang gleich stilvoll begrüßt.

Seit fünf Jahren verleiht Astrid Steffes Geschirr, Besteck sowie Tisch-Accessoires für private oder geschäftliche Feiern in den eigenen vier Wänden. Bei der Namensfindung hat sie sich dann doch im Tierreich umgeschaut. „Elefant, Porzellan, Pferd, Geschirr – wir haben uns viele Gedanken gemacht“, erklärt die Unternehmerin. Letztendlich hat sie sich gemeinsam mit ihrem Mann für den Namen „Porzellankutsche“ entschieden.

Übernommen hat sie den Verleih-Service bereits vor fünf Jahren. Am Anfang hat sie die Arbeit neben ihrem Teilzeitjob bei der Telekom gemanagt. Seitdem sie vor einem Jahr in den Ruhestand getreten ist, kümmert sie sich hauptberuflich um das passende Ambiente bei Festen und Feiern anderer. „Nach Ostern wird es wieder hektisch“, weiß sie schon jetzt. „Denn dann kommen wieder Aufträge für Kommunion- und Konfirmationsfeiern. Anschließend geht es mit Hochzeitsfeiern weiter.“ Nur eine kleine Verschnaufpause bleibt der Unternehmerin, um alles wieder in Ordnung zu bringen. „Denn vor und nach den Sommerferien ist Gartenpartyzeit. Dann haben wir ebenfalls wieder Hochkonjunktur.“ Für sie gehört eine perfekt eingedeckte Tafel mit Tischtuch, Servietten, Stuhlhussen sowie Blumenschmuck zu einem stilvollen Fest. „Das sieht nicht nur viel schöner aus als Einweggeschirr“, betont sie. „Sondern man entlastet auch die Umwelt.“ Trotzdem fällt das lästige Spülen für die Kunden nach einer Feier weg. „Das übernehmen wir“, versichert die 60-Jährige.

Gesellschaften bis zu 150 Personen kann sie ausstatten. Dafür hat sie rund 600 Teller, 250 Gläser sowie Sektkühler und Rechauds in verschiedenen Größen. Mittlerweile läuft ihr Service so gut, dass sie entscheiden muss, wie es weitergehen wird. „Bei der Nachfrage müsste ich einen Helfer haben. Allein kann ich das kaum noch schaffen.“ Vielleicht wird ihre Schwester mit einsteigen. „Dann würde die Arbeit besser verteilt, und ich wäre nicht alleine“, überlegt sie. Aufgeben ist keine Option. „Der Laden läuft sehr gut und die Arbeit macht mir viel Spaß. Bisher hatte ich stets nette Kunden. Darauf will ich nicht verzichten“, sagt sie. „Aus einem Hobby ist mittlerweile Leidenschaft geworden.“

Damit die Kunden einen Überblick haben, was alles in den Kisten lagert, wird sie in den nächsten Monaten einige Mustertische eindecken und fotografieren. „Ich habe von den Vorbesitzern sehr schönes Geschirr in Schwarz und Weiß übernommen. Damit kann man einen Tisch wunderbar eindecken“, sagt sie. In einer kleinen Vitrine lagern beispielsweise bunte Sammeltassen aus Großmutters Schrank. Doch wie muss für eine Fachfrau in Sachen Geschirr ein Tisch aussehen? „Ich liebe alles in Shabby. Diesen Stil kann man ganz einfach durch ein paar Accessoires kreieren. Dazu noch Freiland- oder Pfingstrosen. Mehr brauche ich nicht“, sagt sie.