"Bonn singt" im Telekom Dome

5000 Menschen singen in Bonn mit Björn Heuser

"Bonn singt" mit Björn Heuser im Telekom Dome.

"Bonn singt" mit Björn Heuser im Telekom Dome.

BONN. Björn Heuser kann es nicht nur in Köln: Zum ersten Mitsingkonzert "Bonn singt" kamen rund 5000 Menschen in den Telekom Dome.

Während die Telekom Baskets am Samstagabend in Gießen spielten - und gewannen -, füllte sich der Telekom Dome. Rund 5000 Leute strömten zu einem Event der ganz besonderen Art herein, vom Junggesellinnenabschied bis zur Geburtstagsgesellschaft, von Jung bis Alt. Sie alle eint die Freude am gemeinsamen Singen rheinischen Liedguts, und da war dieses Konzert genau das Richtige: Erstmals trat der Musiker Björn Heuser zu "Bonn singt" an, dem größten Mitsingkonzert, das die Bundesstadt bis dahin gesehen hat.

Da saß er in seiner Garderobe, eine Stunde vor Konzertbeginn, ganz entspannt. Klar, das Konzept ist lange erprobt, Mitsingkonzerte bestreitet Heuser immerhin schon seit mehr als 20 Jahren. Routine sei das aber nicht, "weil jedes Mitsingkonzert anders ist", sagte der 36-jährige Musiker.

Das Original "Köln singt" ist ein Erfolgsmodell, seit der Köln-Ehrenfelder 2016 aus dem Stand 12000 Menschen in die Lanxess Arena locken konnte. 2017 kam Wolfgang Pütz, der "Bonn steht Kopp" im Telekom Dome ausrichtet, auf Heuser und sein Team zu: Das könne man sich auch gut in Bonn vorstellen. Heuser ebenfalls: "Viele Leute kommen aus Bonn nach Köln zu den Konzerten, warum nicht mal umgekehrt?"

Im Telekom Dome war die Bühne für Heuser und seine Musiker mittig aufgebaut, darauf mehrere Mikrofone in alle Richtungen. "Es soll wie ein Lagerfeuersingen sein, nur eben eine größere Variante." Er sei nur der Vorsänger mit Gitarre, "der Star des Abends" sei das Publikum.

Die erwähnte Geburtstagsgesellschaft war im Bus aus Köln gekommen. Unter den 50 Insassen waren auch Peter Schmitter und Peter Goerentz. Ersterer brauchte das am Eingang verteilte Textheft eigentlich nicht. "Ich kenne die Lieder alle." Schmitter sammelt Kölsch-Musik ab den 60er-Jahren, hat 2500 Tonträger zu Hause.

Geglückte Premiere

Warum ist das Konzept so erfolgreich? "Weil es Spaß macht", sagte Goerentz. Und noch mehr in einer großen Menschenmenge, das sei genauso wie bei normalen Bandkonzerten. Da könne die eigene Stimme in der Masse untergehen, erklärte Lilo Patt-Krahe aus Pützchen, die gerne singt, aber von sich behauptete, nicht singen zu können. "Das ist ganz niederschwellig, keiner blamiert sich."

Zu den jüngsten Besuchern gehörten die Schwestern Samaria (13) und Salome (16). Sie waren mit ihren Eltern aus Aachen gekommen und sind echte Fans des rheinischen Liedguts. Das Mitsingen sei da eine Selbstverständlichkeit, "das gehört zur Kölschmusik dazu", so Salome.

Und was sagt der Meister selbst? "Vielleicht ist es wichtig für die Seele, dass man den Alltag mal hinter sich lässt", meinte Heuser. Und: "Die Mitsingkonzerte verbinden Leute auf ganz besondere Weise: Da schunkelt der Müllmann mit dem Anwalt."

Die Premiere ist geglückt. Heuser zeigte sich bestens aufgelegt, spielte neben Kölner Klassikern auch den "Villa Billa Walzer", "Achterbahn" und andere Lieder mit Bonn-Bezug. Dazu hatte er Klüngelköpp-Frontmann Frank Reudenbach, WDR-Moderatorin Andrea Schönenborn, Sitzungspräsident und Ur-Bonner Volker Weininger und den Bonner Sänger Roger Moore von den Köbesse zu Gast.