20 Schauplätze und 30 Künstler 11. Hardtberger Kulturnacht lockt viele Besucher an

Natia Jander von der Künstlergruppe Semikolon lässt die Besucher im Kulturzentrum an der Entstehung eines Bildes teilhaben.

Duisdorf. Die 11. Hardtberger Kulturnacht bot Unterhaltung für jeden Geschmack. Das Publikum tummelte sich bei den Ausstellungen und in den Geschäften.

Interessiert, aber auch ein wenig mit gemischten Gefühlen ging Ehepaar Diers aus Alfter am Samstagabend durch die Rochusstraße. „So eine Veranstaltung tut der Stadt gut“, sagten sie über die elfte Hardtberger Kulturnacht. „Wir hätten aber gedacht, dass sie mehr angenommen wird.“ Denn auf der Straße gab es nicht viel zu sehen. Alles Spannende fand wieder in den Geschäften statt.

Die waren gut gefüllt. Das Impro-Theater in der Thalia-Buchhandlung etwa lockte viel Publikum an, während zeitgleich auch in der Rochuskirche beim Konzert des Duisdorfer Musikvereins meisten Plätze besetzt waren. Und das Bestattungshaus Vitt, wo der Kurzfilm „Der Rucksack“ der Künstlerin Sibel Akkulak-Dosch gezeigt wurde, war ebenfalls gut besucht. Der Film wurde in diesem Geschäft gedreht. Er zeigt einen jungen Flüchtling, der dort zwischen Vergangenheitsbewältigung und Zukunftsängsten, zwischen Trauer und Lebensfreude arbeitet – und in einem Sarg schläft. Akkulak-Dosch arbeitet mit Gegensatzsymbolik; das Ende lässt sie bewusst offen.

Auch die Ausstellungseröffnung im Rathaus wollte sich niemand entgehen lassen. Unter dem Titel „Hellwache Träume“ zeigten die bulgarischen Künstlerinnen Sonja Ruskov und Plamena Racheva Malereien und Grafiken. Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand lobte die Beziehungen zum bulgarischen Generalkonsul Stefan Dimitrov, der seinerseits in Zeiten der Globalisierung die Fähigkeit von Kultur beschwor, Kulturen zusammenzubringen, wie es diese Werkschau wieder zeige.

Singen und tanzen

Im Kulturzentrum Hardtberg präsentierten Mitglieder der Künstlergruppe Semikolon ihre Arbeit. Olaf Menke begann eine Kunstinstallation mit Holzklötzen, die er auf einem Hocker in der Mitte eines Metallwürfels aufstapelte, sie aber auch an den Metallstreben mit Klebeband befestigte. Es sei eine Kritik am heutigen Sicherheitsdenken, sagte er. „Das Risiko ist weg, das macht den Spaß kaputt.“

In Anja's Teestübchen stellte Nortrud Becher-König farbenfrohe Werke aus, überwiegend Abstraktes, das auch bei Kindern gut ankam: „Ich finde es toll, dass es ein bisschen krakelig ist“, fand Amrei (7). Heiko Teubert zeigte in seinem Fotoatelier eigene Fotografien von Reisen nach Bangkok und in andere Länder.

Bei Zapp Optic blicken den Kunden Potraits entgegen, unter anderem von Horst Bachmann und dem neuen Bonner Schauspieldirektor Jens Groß, die Jens Balthasar gemacht hat. Weißer Hintergrund, weißes Hemd, starke Beleuchtung, die Kontraste hervorhebt: Seine Fotografien wirken künstlich, sind aber ihm zufolge nicht nachbearbeitet. Bis nächsten Sommer zeigt Balthasar bei Zapp weitere Fotos.

In der Volkshochschule wurde gesungen, im Theater im Keller das Stück „Offene Zweierbeziehung“ gezeigt, im Tanz-Center Rose konnte man vergessene Schrittfolgen auffrischen; Erika Zander führte Interessierte anekdotenreich durch die Duisdorfer Innenstadt, Musik hörte man im Bistro Eselchen, im Restaurant Armonia oder im Bäderstudio Pinsdorf. Fazit: Es war wieder eine unterhaltsame Kulturnacht.

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