Bonner MVA

Zahlen, Daten und Fakten zur Müllverbrennungsanlage

Die Bonner Müllverbrennungsanlage mit ihrem fast 100 Meter hohen Schlot wurde am 5. Mai 1992 in Betrieb genommen, fast vier Jahre nach dem ersten Spatenstich und unter Protesten einer Bürgerinitiative. Die Kritiker verloren zwar den Prozess, setzten aber den Bau eines modernen Dioxinfilters und einer Entstickungsanlage durch. 295 Millionen Mark hat die Anlage damals gekostet, davon entfielen allein 146 Millionen auf die Rauchgasreinigung.
35 Meter hoch ist der Müllbunker, rechts die Einfüllstutzen, an denen abgekippt wird. Foto: SWB

Die Baufirma Von Roll aus Zürich geriet zehn Jahre später in den Strudel der Korruptionsaffäre um den Ex-Stadtwerke-Chef und späteren CDU-Fraktionschef Reiner Schreiber, dem Korruption im Fall des Kraftwerks-Neubaus an der Karlstraße vorgeworfen wurde. Schreiber wurde Bestechlichkeit im besonders schweren Fall, Vorteilsannahme und die Hinterziehung von Steuern in Höhe von 470 000 Euro zur Last gelegt. Er soll im Zusammenhang mit der Modernisierung des Bonner Heizkraftwerks Nord knapp 1,5 Millionen Mark Schmiergeld in bar kassiert haben.

Außerdem soll Schreiber nach seinem Ausscheiden bei den Stadtwerken 96 000 Schweizer Franken für Beraterverträge von der Firma Von Roll erhalten, weitere 280 000 Mark verlangt und auch bekommen haben, um die Firma nach der MVA-Teilprivatisierung im Geschäft zu halten. Die Teilprivatisierung platzte allerdings, als vor genau zehn Jahren heraus kam, dass der CDU-Antrag auf einem Rechner einer privaten Entsorgungsfirma geschrieben worden war. Die Bonner MVA war mit ihren drei Kesseln zunächst so ausgelegt, dass sie 180 000 Tonnen Müll pro Jahr schafft. Davon blieben nach der Verbrennung rund 60 000 Tonnen Schlacke, 7000 Tonnen Reste aus der Rauchgasreinigung sowie 4000 Tonnen Flugasche und Filterstäube übrig. Mitte 2003 wurde genehmigt, alle drei Kessel gleichzeitig zu betreiben (Dreilinien-Betrieb), was die Leistung deutlich erhöhte.

Im vorigen Jahr waren es 250 000 Tonnen "Durchsatz", die verbrannt wurden - eine ähnliche Menge wie schon in den Jahren zuvor. Der erzeugte Dampf, rund 500 Millionen Kilowattstunden, der in das benachbarte Heizkraftwerk Nord geleitet wird, liefert Energie für 10 000 Haushalte. Eine Erweiterung der Anlage auf vier Linien wurde vor einigen Jahren nicht weiter verfolgt.

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