Tierheim Bonn

Tag der offenen Tür - Cash und Lady jagen den Ball

BONN.  Hunde und ihre Trainer haben beim Tag der offenen Tür im Tierheim das englische Spiel Flyball präsentiert. Durch die Adern von Hundedame Lady schießt das pure Adrenalin. Immer wieder bellt sie aufgeregt und hüpft umher. Kumpel Cash ist dagegen die Ruhe selbst.
Bevor er bald in Rente geht, zeigt Cash beim Flyball noch einmal, was er kann.
							Foto: Horst Müller
Bevor er bald in Rente geht, zeigt Cash beim Flyball noch einmal, was er kann. Foto: Horst Müller

Der Routinier gehorcht aufs Wort und lässt sich von seinen Artgenossen nicht nervös machen. Kläffen scheint er nicht zu kennen. Cash und Lady gehören zu der Mannschaft der Flying Dragons, die besonders erfolgreich in der Hundesportart Flyball sind.

Beim Tag der offenen Tür des Bonner Tierheims demonstrieren die Zwei- und Vierbeiner einen Ausschnitt aus ihrem Hobby. "Flyball kam in den 90er Jahren von England nach Deutschland", weiß Trainerin Petra Luedtke. Bei dem rasanten Sport müssen jeweils vier Hunde einer Mannschaft einen kurzen Sprint über Hindernisse hinlegen, einen Ball an einer Wand abholen und dann wieder zurückrennen. Der Weltrekord liegt bei 14 Sekunden, in der alle vier Hunde die Strecke zurücklegten.

Luedtke und Border Collie Cash sowie 17 weitere Hund-Herrchen-Paare der Wachtberger Flyballer besuchen pro Jahr etwa zehn Turniere. Aktuell sind sie amtierende Europameister in der zehnten Division. Divisionen sind so was wie die Leistungsklassen, nach denen die Mannschaften vorab eingeteilt werden.

Dabei ist die erste Division die Klasse mit den schnellsten Vierbeinern. Luedtke selbst entdeckte den Sport über ein Video im Internet und war begeistert. Mit der Hundeschule Schmoldt begann sie, das ungewöhnliche Ballspiel auszuprobieren. "Im Vergleich zu Agility ist Flyball zwar weniger anstrengend für den Hundeführer, aber dafür ist es ein Mannschaftssport", so Luedtke. Das sei das Besondere an dem ungewohnten Rennen und ein Pluspunkt bei dem Hobby.

Den Zuschauern beim Tag der offenen Tür scheint die Vorführung ebenfalls zu gefallen, denn immer wieder klatschen sie Szenenapplaus und staunen über die schnellen Hunde. Da Cash im kommenden Jahr in Rente gehen soll, schaut seine Besitzerin schon nach einem Nachfolger, der auch beim Flyball mitmischen kann.

"Da die Hunde erst ab 15 Monaten an den Wettkämpfen teilnehmen dürfen, gucke ich auch in Tierheimen nach einem geeigneten Nachfolger", berichtet die Hundebesitzerin. Allerdings sei im Bonner Heim keiner dabei gewesen.

Nichtsdestotrotz ist der Tag ein absoluter Erfolg. Zahlreiche Besucher schlendern bis in den späten Nachmittag über das Gelände. Auch Pressesprecherin Regina Rademächers freut sich über den Ansturm. "Es ist schön, dass so viele diese Gelegenheit nutzen", sagt sie. Zwar würden bei der offenen Tür keine Tiere abgegeben werden, aber es sei eine gute Möglichkeit mit potenziellen neuen Besitzern ins Gespräch zu kommen.

Vor allem bei Katzen und Kleintieren fehle es an Interessenten. Und es würden zu viele Hamster, Meerschweinchen und vor allem Katzen im Tierheim abgeben. Allerdings ist die Ehrenamtlerin derzeit doch recht gelassen, was die Tieranzahl angeht. Zum einen gehöre das Bonner Tierasyl nicht zu den Heimen, die regelmäßig einen Aufnahmestopp verhängen müssen, zum anderen habe sich das Tierheim mit der Stadt darauf geeinigt, dass die finanziellen Zuschüsse erhöht werden.

"Die jährlichen Kosten betragen etwa 800.000 Euro. Das wird durch Spenden und eben durch die Stadt finanziert", sagt Rademächers.

Abo-Bestellung
News, Informationen und Service aus dem Stadtbezirk Bonn

Leserfavoriten

Folgen Sie uns auf Google+