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Betrugsmasche
Bonner fiel auf Teerbetrüger herein - 2000 Euro futsch
Von Rita Klein
WESTSTADT. Hans Müller (Name geändert) ist empört. Und er schämt sich, denn er ist gerade auf eine Masche hereingefallen, die der Polizei bestens bekannt ist: Bei ihm zu Hause in der Bonner Weststadt klingelte ein Trupp von Arbeitern, die erklärten, sie hätten in der Gegend eine Straße "geteert und noch Teer übrig". Damit könnten sie ihm günstig die Einfahrt neu machen. Müller willigte schließlich ein und fühlt sich nun so über den Tisch gezogen, dass er mit seiner Geschichte andere warnen will.
Schnell geflickt, und teuer bezahlt: Wenn 'Teerkolonnen' anrücken, ist Vorsicht geboten. Foto: dpa
Für 20 Euro pro Quadratmeter boten ihm die Männer ihre Leistung inklusive Material an. Und Hans Müller schildert, dass er sich daraufhin erst mal schlau gemacht habe, was das Material im Baumarkt kostet. Dann willigte er ein, denn, so sagt er: "Das Angebot kam mir günstig vor."
Was er nicht geahnt habe: Was die Männer dann auf seine Einfahrt aufbrachten, sei kein Asphalt wie für den Straßenbelag gewesen, sondern "so ein billiges Zeug" aus einer Spritzpistole. Dann hätten sie Granulat darauf gekippt und behauptet, das werde alles glatt und fest. Und 2000 Euro in bar verlangt, ohne Rechnung. Doch er habe auf einer Rechnung bestanden. Die habe er schließlich auch erhalten, Mehrwertsteuer inklusive. Auf dem Stück Papier, das dem GA vorliegt, steht der Name einer real existierenden Firma mit deren Anschrift in Großbritannien, verdient aber ansonsten den Namen Rechnung nicht.
Auch Hans Müller war die Sache, wie er sagt, mittlerweile nicht mehr geheuer, vor allem als sich "fünf Kerle vor mir aufbauten und mich bedrängten, ihnen die 2000 Euro in bar zu geben". Er habe seinen Anwalt angerufen und um Rat gefragt. Und gehofft, dass der ihm von der Zahlung abrät, wie er sagt.
Doch weil der Jurist gemeint habe, er soll besser zahlen, habe er beim Bankautomaten die 2000 Euro geholt und gezahlt. Die Männer seien auf und davon, und er habe nun gemerkt, wie schlecht die Arbeit sei. Was ihn aber am meisten ärgere, wie er berichtet: Da es sich um eine ausländische Firma handelte, hätte die gar keine Mehrwertsteuer kassieren dürfen. Denn die müsse Müller seinem Steuerberater zufolge hier entrichten, also nun noch ein zweites Mal.
Polizeisprecherin Daniela Lindemann weiß, dass diese sogenannten Teerbetrüger bundesweit unterwegs sind. Allerdings hätten die zuständigen Kollegen in letzter Zeit keine Kenntnis davon erhalten, dass sie wieder in Bonn ihr Unwesen trieben. Davon erfährt die Polizei aber auch nur, wenn die Opfer Anzeige erstatten. Hans Müller hat das bisher nicht getan.
Artikel vom 04.08.2012
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