Wissenschaft in Bonn

Uniklinik zeichnet junge Forscher aus

BONN.  Jeder Tumor geht auf eine einzelne Zelle zurück. Dass die Zelle überhaupt zu einem Tumor mutiert, bewirken Proteine. Welches Schlüsselprotein dafür sorgt, dass etwa der programmierte Zelltod verhindert und eine Immunreaktion unterdrückt wird, diese Frage stand im Mittelpunkt der Promotion von Sebastian Michels.
Preisverleihung im biomedizinischen Zentrum auf dem Venusberg : Der Sprecher des SciMed-Promotionskollegs, Heinz Becker (links), sowie die BONFOR-Vorsitzenden Armin Welz (5. von links) und Gunther Hartmann (rechts) mit den ausgezeichneten Forschern.
								Foto: Roland Kohls
Preisverleihung im biomedizinischen Zentrum auf dem Venusberg : Der Sprecher des SciMed-Promotionskollegs, Heinz Becker (links), sowie die BONFOR-Vorsitzenden Armin Welz (5. von links) und Gunther Hartmann (rechts) mit den ausgezeichneten Forschern. Foto: Roland Kohls

Der 26-Jährige hat am Institut für Pathologie am Uniklinikum Bonn ein niedermolekulares Pharmakum getestet, mit dem sich bei der Krebsbekämpfung auf Chemotherapien verzichten lässt. Michels ist einer von vier Preisträgern, die am Donnerstag für ihre Arbeiten im Rahmen des SciMed-Promotionskollegs ausgezeichnet wurden. Sechs weitere medizinische Nachwuchswissenschaftler, die ihre Forschungsergebnisse beim BONFOR-Symposium präsentierten, erhielten ebenfalls Preise.

Das Besondere an den SciMed-Stipendiaten: Die Medizinstudenten arbeiten an ihren Promotionsprojekten noch vor dem klinischen Teil. Sie werden allerdings durch Promotionsstipendien finanziell gefördert und von Mentoren unterstützt und betreut. "Sie helfen auch bei der Karriereplanung", so Professor Heinz Beck, Epileptologe an der Universität Bonn und Sprecher des Promotionskollegs, das erst im vergangenen Jahr ins Leben gerufen wurde.

"Das war eine sehr anstrengende Zeit, hat aber viel Spaß gemacht. Vor allem lernt man unglaublich viel über die wissenschaftliche Laborarbeit", so Carola tho Pesch. Die 25-Jährige hat über Eierstockkrebs, eine der tödlichsten Tumorarten, geforscht. Die angehende Ärztin hat Virusinfekte in Tumorzellen imitiert, um zu untersuchen, ob sich der gegen Viren hochwirksame Immunmechanismus auf Tumorzellen lenken lässt. Wenn das sogenannte Mausmodell abgeschlossen ist, könne man die Anwendung in einer klinischen Studie untersuchen.

Nicht minder stolz ist Professor Gunther Hartmann, Direktor des Instituts für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie und Kommissionsvorsitzender des BONFOR Forschungsförderprogramms, über die Ergebnisse: "Was auffällt: Die meisten nehmen sich Verbundprojekte vor. Diese Vernetzung von Genetik, Neurologie und Immunologie ist genau unser Ziel."

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