Ausflugsziel auf dem Venusberg

Stadt will Waldau übernehmen

Bonn.  Die Stadt Bonn will die Waldau übernehmen. Seit einigen Wochen wird für das beliebte Ausflugsziel auf dem Venusberg ein neuer Pächter gesucht, weil Gastronom Michael Schiffer sich zur Ruhe setzen will.
Das Restaurant Waldau und das Haus der Natur zählen zu den beliebtesten Ausflugszielen in Bonn.
							Foto: Volker Lannert
Das Restaurant Waldau und das Haus der Natur zählen zu den beliebtesten Ausflugszielen in Bonn. Foto: Volker Lannert

Die Verwaltung verhandelt mit dem Eigentümer über den Pachtpreis für die Immobilie. Das Grundstück ist im Besitz der Stadt und seit vielen Jahren im Zuge eines Erbbaupachtvertrags an Schiffer verpachtet.

Die Idee der Stadt stößt bei der Politik grundsätzlich auf Zustimmung. Im Wirtschaftsausschuss gab es zwar in der vergangenen Woche keine Abstimmung über die interne Verwaltungsvorlage, aber die schwarz-grüne Ratsmehrheit ist bereit, den Übernahmewunsch der Stadt abzusegnen.

Bis zum Finanzausschuss, der heute tagt, muss die Fachverwaltung den Politikern schriftlich darlegen, wie sie den Pachtpreis ermittelt hat. "Wenn diese Rechnung für uns plausibel erscheint und der Betrag nachvollziehbar ist, werden wir der Vorlage zustimmen", sagte Tom Schmidt, Fraktionsgeschäftsführer der Grünen.

Für seinen CDU-Kollegen Georg Fenninger stellt sich die Lage ähnlich dar: "Wir warten das Papier der Verwaltung ab. In der Fraktion gibt es eine überwältigende Mehrheit für die Übernahme." Dass das Pachtinteresse der Stadt und der Politik trotz der schwierigen Haushaltslage in Bonn so eindeutig ist, liegt vor allem daran, dass die Verwaltung mit dem vom Stadtrat im Oktober 2010 beschlossenen Umbau und der Erweiterung der Umwelteinrichtung Haus der Natur nicht weiterkommt.

Grund: Umweltdezernent Rüdiger Wagner erhielt vor zwei Jahren von der Politik den Auftrag, für die Neuausrichtung des Waldau-Museums Fördermittel bei Umweltstiftungen und der Öffentlichen Hand einzuwerben. Doch die Suche nach Sponsoren gestaltet sich schon deshalb schwierig, weil die Stadt bislang keinen Zugriff auf die Immobilie hat.

Das soll sich durch den Pachtvertrag ab dem 1. Januar 2013 ändern. Stimmt der Rat in seiner Sitzung am 15. November der Übernahme zu, verfügt die Stadt wieder über Grundstück und Immobilie. Nach Aussage Fenningers gibt es noch ein weiteres Argument, was die Übernahme der Waldau "als sinnvoll erscheinen lässt": Der Regionalrat der Bezirksregierung Köln hat für 2014 eine Finanzspritze von 1,4 Millionen Euro für den Umbau des Hauses der Natur in Aussicht gestellt.

"Diese Fördermittel darf die Stadt sich nicht entgehen lassen", so Fenninger. Auch die SPD befürwortet die Anpachtung, Fraktionsvorsitzende Bärbel Richter: "Der Vorschlag der Stadt ist sinnvoll. Die Verwaltung muss dann kurzfristig einen neuen Pächter für das Restaurant finden." FDP-Fraktionschef Werner Hümmrich: "Ich sehe den Verhandlungsstand als ausgereizt an und strebe an, dass dort zügig die neuen Planungen umgesetzt werden."

Das in der Waldau beheimatete Haus der Natur soll von 120 auf 680 Quadratmeter Ausstellungsfläche erweitert werden. Das Museumskonzept mit Schwerpunkt Wald wird völlig überarbeitet. Dadurch soll die Besucherzahl auf 40.000 im Jahr verdoppelt werden. Umbau und Einrichtung kosten 1,47 Millionen Euro, die Betriebskosten liegen bei 180.000 Euro im Jahr. Im Etat der Stadt stehen 2013 insgesamt 1,4 Millionen Euro für das Projekt zur Verfügung.

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