Uniklinik Bonn

1600 Geburten pro Jahr

BONN.  Etwa jede vierte Frau, die am Universitätsklinikum Bonn ihr Kind zur Welt bringt, kommt aus dem Ausland, teilte die Klinik mit. Die 26-jährige Nzuzi F. stammt aus dem Kongo. Um 9.22 Uhr kam Tochter Jamina mit stolzen 3320 Gramm auf die Welt. "Dabei hatte sie es viel eiliger als ihre beiden großen Schwestern", erzählt ihre Mutter. Freudestrahlend hält sie ihr seelenruhig schlafendes Drittgeborenes im Arm.
Die kleine Jamina, hier mit Mutter Nzuzi, ist eins von 1600 Babys, die pro Jahr in der Bonner Uniklinik geboren werden. Repro: GA
Die kleine Jamina, hier mit Mutter Nzuzi, ist eins von 1600 Babys, die pro Jahr in der Bonner Uniklinik geboren werden. Repro: GA

Jamina ist eines von mehr als 1600 Kindern, die pro Jahr in der Klinik für Geburtshilfe und Pränatale Medizin des Uniklinikums Bonn geboren werden. Davon sind etwa sechs Prozent Mehrlingsgeburten. Jedes vierte Kind ist ein Frühgeborenes, wobei etwa 100 pro Jahr ein Geburtsgewicht unter 1000 Gramm haben.

"Für alle gilt: Unser Ziel ist eine optimale Versorgung und eine sichere Geburt", sagt Professor Ulrich Gembruch, Direktor der Klinik für Geburtshilfe. Er hat viel Erfahrung in der Betreuung von Risikoschwangeren und mit schwierigen Mehrlings-Geburten. Die Früh- und Risikogeborenen werden auf der Neonatologischen Station, einer der größten und modernsten Intensivstationen für Neugeborene in Deutschland, auf dem gleichen Flur wie ihre Mutter versorgt.

Mehr als 90 Prozent der Geburten verlaufen nach Angaben der Uniklinik ohne schwere Komplikationen. Die Tendenz zur Hausgeburt steige. Gembruch rät jedoch zu einer ambulanten Geburt in einer Klinik: "Die Frauen können eine Geburt nach ihren Wünschen in der Sicherheit einer Klinik erleben." Allein jede Wehe sei für das Kind Stress.

Daher gibt es in der Geburtshilfe am Universitätsklinikum Bonn eine zentrale CTG-Überwachung, bei der die Herzschläge des ungeborenen Kindes und die Wehentätigkeit bei der Mutter aufgezeichnet werden. "Überall - ob im Arztzimmer oder Pausenraum - kann ich am Computer die Herztöne des Ungeborenen überwachen", sagt Dr. Waltraut M. Merz, Leiterin der Geburtshilfe.

"Auch setzen wir mit zehn Minuten unser Zeitfenster für einen Notfallkaiserschnitt sehr viel enger als die Fachgesellschaft." 99 Prozent der Kaiserschnitte am Uniklinikum werden schmerzfrei, aber ohne Vollnarkose durchgeführt. "So können Mutter und Vater auch in einem solchen Fall ein Geburtserlebnis haben", sagt Merz.

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