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Volleyball mit Handicap
Behinderte Beachvolleyballer spielen um den Weltmeistertitel
Von Martin Ochmann
ÜCKESDORF. Maike Cossé ist beeindruckt: "Dass man mit einem Arm so gut Volleyball spielen kann, bewundere ich schon", sagt sie. Die Schülerin des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums (CvO) kommt vom Beachvolleyballfeld, wo sie mit Mitschülern und Mitgliedern der polnischen Behinderten-Beachvolleyballnationalmannschaft gespielt hat.
Vorrundenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Sri Lanka. Das Finale findet am Sonntag ab 10 Uhr statt. Parallel zur Weltmeisterschaft läuft unter anderem ein Turnier der Bonner Schulmannschaften. Foto: Max Malsch
Und die Schülerin muss es beurteilen können, sie spielt selbst Volleyball bei Rot-Weiß Röttgen. Der Verein und das CvO unterstützen den Verein Dunital, der an diesem Wochenende das Internationale Behinderten-Beachvolleyball-Turnier organisiert, die Weltmeisterschaft im Behinderten-Volleyball. Das Spiel der Schüler mit der polnischen Nationalmannschaft, "das ist genau das, wo wir hinkommen wollen - Inklusion", sagt Marco Thoma von Dunital.
Beim Turnier gehe es um Begegnungen ohne Berührungsängste, "Bewegung verbindet grenzenlos" lautet das Motto. Deswegen finden parallel zur Weltmeisterschaft Projekttage der Schule mit gemeinsamen Trainingseinheiten und ein Schulmannschaftsturnier statt. "Dabei kann man sehen, dass Leistungssport mit Handicap auf hohem Niveau möglich ist", sagt André Bartnick, Abteilungsleiter bei Rot-Weiß Röttgen.
Inklusion ist das eine Ziel der Veranstaltung. "Und wir wollen »Behinderten-Beachvolleyball stehend« zu einer olympischen Disziplin machen", sagt Bartnick. Bislang sei nur die Variante "sitzend" olympisch. Um dieses Ziel zu erreichen, müsse man fünf Weltmeisterschaften organisieren, an denen innerhalb von fünf Jahren mindestens zwölf Mannschaften aus drei Kontinenten teilnehmen müssten. In den Mannschaften spielen Männer mit den verschiedensten körperlichen Behinderungen und auch Lernbehinderte. In einem Team dürfen nicht zwei Spieler mit der selben Behinderung antreten.
An diesem Wochenende spielen die Nationalmannschaften aus Kasachstan, Deutschland, Polen, der Slowakei und Sri Lanka um den Titel des Weltmeisters. Finanziell unterstützt bei Visums- , Flug- oder Unterkunftskosten werden sie dabei teilweise vom Verein Rot-Weiß. Zum fünften Mal findet die Weltmeisterschaft statt. Bislang wurde in der Gronau gespielt, zum ersten Mal findet das Turnier an diesem Wochenende auf den vier Beachvolleyball-Plätzen in Ückesdorf statt.
"Bislang war es so, dass für ein Wochenende 300 Tonnen Sand aufgeschüttet und dann sofort wieder abtransportiert wurden", berichtet Bartnick. Der Verein wollte jedoch erweitern und zu den zwei schon vorhandenen zwei weitere Plätze bekommen. Also habe man sich gemeinsam entschieden, den Sand am CvO abzuladen, wo er auch liegen bleiben kann.
Artikel vom 30.06.2012
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