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Bonn-Tannenbusch
"Der Paulusplatz wird vergessen"
Von Martin Ochmann
TANNENBUSCH. Am Paulusplatz in Tannenbusch gibt es unter anderem eine Apotheke, einen Bäcker, eine Buchhandlung, einen Optiker, eine Bankfiliale, eine Eisdiele und einen Toto-Lotto-Laden. Sprich, es gibt eigentlich alles, was man für den täglichen Bedarf braucht. Was es nicht gibt, ist Laufkundschaft, sind Kunden.
Philipp Seehausen von der Buchhandlung am Paulusplatz auf dem gleichnamigen Platz. Gemeinsam mit den anliegenden Geschäftsinhabern möchte er dort neues Leben einhauchen. Foto: Volker Lannert
Und der Grund ist laut Kostas Kourtidis, dass eine weitere wichtige Sache fehlt: ein Lebensmittelgeschäft. "Bis Dezember 2010 hatten wir hier einen Lebensmittelladen. Seitdem der weg ist, fehlt ein Magnet und damit Laufkundschaft", sagt Kourtidis. Auch Philipp Seehausen von der Buchhandlung am Paulusplatz kennt das Problem.
"Das ist sehr schade, denn der Platz hat Potenzial", sagt Seehausen. Wie kann man dieses Potenzial wieder wecken? Darüber sprachen die Gewerbetreibenden und Immobilienbesitzer des Paulusplatzes jetzt mit Vertretern der Stadt, darunter Wirtschaftsförderer Arnulf Marquardt-Kuron und Manfred Maaß vom Stadtplanungsamt.
Wichtigstes Thema: Die Wiederansiedlung eines Lebensmittelmarktes. Dem steht nach Angaben der Stadt zumindest aus "planungsrechtlicher" Sicht nichts entgegen. Ob und wann etwas passiert, dazu gab es beim Treffen keine Auskünfte. Laut den Gewerbetreibenden gehört das Gebäude, in dem bislang der Lebensmittelladen untergebracht war, den Eigentümern von Abels Früchte Welt in Dransdorf.
Von denen war am Dienstag keine Stellungnahme zu erhalten. Unabhängig davon beklagen die Gewerbetreibenden aber auch den Zustand des Platzes. "Der Platz ist nicht mehr schön, die Steine fliegen raus, wenn Bäume gefällt werden, gibt es keinen Ersatz, die Grünflächen liegen brach. Schade, früher war das mal ein wunderschöner Platz", sagt Kourtidis. Er wirft der Stadt vor, dass sie diesen Bereich vernachlässige. "In der Innenstadt ist alles tipptop, da wird jeder Pflasterstein einzeln vermessen. Der Paulusplatz wird vergessen".
Laut Seeheimer wollen die Betroffenen nun noch vor der Sommerpause einen Immobilien- und Standortverein gründen. Er soll die Interessen bündeln, Geld für eigene Aktionen sammeln und als Sprachrohr direkter Ansprechpartner für die Stadt sein. Diese Gründung ist laut Stadt ein "erster guter Schritt". Nun müsse man gemeinsam mit den Gewerbetreibenden sehen, was man künftig mit dem Einsatz geringer finanzieller Mittel vor Ort umsetzen könne.
Artikel vom 30.05.2012
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