Fahrt in Arztpraxis

Wie Annette F. den Unfall auf dem Bonner Talweg erlebt hat

SÜDSTADT.  Der Schock sitzt immer noch tief. "Ich war zur falschen Zeit am falschen Ort", beschrieb Annette F. am Donnerstag im Krankenhaus dem GA aufgewühlt, was ihr am Dienstagvormittag passiert war. Im Wartezimmer war sie von einem Auto angefahren worden, nun wird sie mit einer schweren Beckenfraktur in der Uniklinik behandelt.
Nach dem Unfall: Der rote Nissan steht im Wartezimmer der Arztpraxis.
							Foto: Stephan Kern
Nach dem Unfall: Der rote Nissan steht im Wartezimmer der Arztpraxis. Foto: Stephan Kern

Als die 39-Jährige ahnungslos im Wartezimmer einer Arztpraxis am Bonner Talweg saß, krachte ein Auto durch die Glasscheibe, schob sich durch den Raum und klemmte sie zwischen Praxiswand und Stoßstange ein. Ein 78-Jähriger hatte nach einem Auffahrunfall die Kontrolle über sein Auto verloren und war in das Wartezimmer gefahren.

"Ich saß mit dem Rücken zur Scheibe alleine im Wartezimmer. Ich wollte meinen Fuß behandeln lassen", schilderte Annette F. "Auf einmal knallte es hinter mir. Im nächsten Moment wurde ich nach vorne gedrückt. An der Wand war dann Ende und dann tat es weh", erinnerte sie sich.

Annette F. wurde wenig später mit einer schweren Beckenfraktur in die unfallchirurgische Abteilung der Universitätsklinik Bonn eingeliefert. "Am Unfallort schwebte die Patientin in Lebensgefahr.

Aber durch die gute Arbeit des Notarztes und seines Teams konnte die Frau schnell stabilisiert werden", sagte der zuständige Oberarzt Hans Goost dem GA. Goost ist Spezialist für komplizierte Brüche. Selbst aus der Eifel und dem Westerwald werden Patienten mit schwierigen Brüchen in die Klinik nach Bonn gebracht, um sich dort behandeln zu lassen.

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"Der Bruch ist zum Glück nicht operationsbedürftig. In sechs bis acht Wochen wird es der Patientin wieder gutgehen", sagt er. Bis die Feuerwehr Annette F. aus der misslichen Lage zwischen Stoßstange und Wand befreien konnte, versuchten mehrere Männer vor Ort ihr zu helfen.

"Bei den Helfern kann ich mich nur bedanken, sie haben sich sehr bemüht, für einen da zu sein", sagte sie. Auch an den Mann hinter dem Steuer könne sie sich dunkel erinnern. Laut Aussage der Polizei wird der 78-Jährige diese Woche noch angehört.

"Wenn bei einem Verkehrsunfall Personen zu Schaden kommen, wird automatisch ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet", erklärte ein Sprecher. "In diesem Fall wird wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt."

"Die Geschichte hätte schlimmer enden können", meinte Annette F. "Den Umständen entsprechend geht es mir gut und ich hoffe bald wieder gesund zu werden."

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