Bundesfamilienministerium

Schülerinen überreichten Wunschrolle für Kristina Schröder

BONN.  Es sind nicht nur freundliche Worte, die auf der meterlangen Papierrolle mit vielen Wünschen und Anregungen von Bürgern aus Bonn und der Region an Bundesfamilienministerin Kristina Schröder stehen.
Eine Rolle mit vielen Wünsche und Anregungen an die Familienministerin haben die Schülerinnen und ihre Lehrerin Ulrike Windgassen (links) für Staatssekretär Lutz Stroppe dabei. Foto: Schneider-Barthold

"Liebe Frau Schröder, ich meine, Sie sind nicht die Richtige an der Stelle", heißt es unter anderem. Aber auch: "Frau Ministerin, wir brauchen Krippen, Kitas, Ganztagsschulen." Oder: "Es wäre sehr gut, wenn christliche Maßstäbe mehr Beachtung fänden". Am Freitag brachte eine Schülerinnengruppe der Liebfrauenschule mit ihrer Lehrerin Ulrike Windgassen und Elternvertreter Raimund Schulte die Rolle ins Bundesfamilienministerium an der Rochusstraße.

Im Rahmen eines Politikprojekts anlässlich der Verleihung des Lokaljournalistenpreises der Konrad-Adenauer-Stiftung an den General-Anzeiger im ehemaligen Plenarsaal hatten die Schülerinnen viele der mehr als 1000 Gäste gebeten, ihre Meinung und Anregungen zur aktuellen Familienpolitik aufzuschreiben. Schließlich hatte der GA den Preis wegen seines Projekts einer Familienzeitung erhalten, und da sollte das Thema gut passen.

Da passte es auch, dass Staatssekretär Lutz Stroppe und nicht Schröder, die aus zeitlichen Gründen verhindert war, die Rolle entgegennahm. Immerhin war der studierte Geschichts- und Politiklehrer einst viele Jahre bei der Adenauer-Stiftung tätig gewesen und verfolgt die Vergabe des Lokaljournalistenpreises weiterhin mit Interesse. "Das war ja ein gelungenes Projekt", sagte er und meinte jetzt aber die Wunschrolle der Schülerinnen.

"Diese Liste macht deutlich, was in der Bevölkerung die wichtigen Themen sind", lobte er und wollte dann aber auch von den Schülerinnen wissen, wo sie vor allem der Schuh drückt. " Wir wünschen uns mehr Zeit in unseren Familien", sagte Johanna. Doch das komme vor allem seit der Verkürzung der Schulzeit an den Gymnasien von neun auf acht Jahren in vielen Familien zu kurz. "G8 ist eine politische Missgeburt", brachte Schulte das Problem mit drastischen Worten auf den Punkt.

Stroppe sieht die Familie aber nicht allein deswegen in Gefahr. Die Lebenssituation junger Menschen verändere sich auf verschiedenen Ebenen, sagte er. Das betreffe neben der Bildungspolitik auch die Arbeits-, Familien- und Gesundheitspolitik. "Darauf reagieren wir", sagte er und verwies auf das Projekt "Eine Allianz für Jugend", das sein Ministerium zur Entwicklung und den Perspektiven einer eigenständigen Jugendpolitik initiiert hat. Der Staatssekretär versprach, dass die jungen Frauen auf jeden Fall eine Rückmeldung zur Auswertung der Rolle durch sein Ministerium erhalten werden.

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