Umzug auf die Hardthöhe

In der Ermekeilkaserne geht das Licht aus

BONN.  Das Schild ist ab, jetzt wird es ernst für die Mitarbeiter des ehemaligen Bundesamtes für Wehrverwaltung in der Ermekeilkaserne: Ihr Amt trägt nicht nur seit einigen Monaten den neuen Namen "Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen" (BAIUDBw).
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Mit einem Akkuschrauber montieren Matthias Leckel und Alice Greyer-Wieninger am Tor der Ermekeilkaserne das Schild des Bundesamtes ab.
												Foto: Horst Müller

Mit einem Akkuschrauber montieren Matthias Leckel und Alice Greyer-Wieninger am Tor der Ermekeilkaserne das Schild des Bundesamtes ab. Foto: Horst Müller

In wenigen Wochen steht auch ihr Umzug auf der Hardthöhe in Bürogebäude des Bundesverteidigungsministeriums (BMVg) bevor. Damit endet die Ära der Ermekeilkaserne endgültig, wo 1955 aus dem "Amt Blank" - benannt nach dem ersten Verteidigungsminister der Bundesrepublik, Theodor Blank - das Bundesministerium für Verteidigung hervorging.

BAIUDBw-Präsident Matthias Leckel und BMVg-Ministerialdirektorin Alice Greyer-Wieninger schraubten am Freitagmorgen das alte Schild des einstigen Bundesamtes für Wehrverwaltung am Haupttor im strömenden Regen höchstpersönlich vor laufenden Kameras und zahlreichen Fotografen ab.

Ein symbolischer Akt, denn "immerhin ist die Ermekeilkaserne ein Stück deutsche Geschichte", sagte Leckel. Er erinnerte daran, dass der Vater von Verteidigungsminister Thomas de Maizière, Ulrich de Maizière, dort einst seinen Dienst angetreten hatte. Sein Sohn Thomas hatte erst im September mit einem Festakt im Haus der Geschichte das BAIUDBw offiziell in Dienst gestellt.

Mit dem Umzug wächst Leckels Mitarbeiterschar auf rund 2300 Bedienstete, davon werden bis zu 1600 auf der Hardthöhe tätig sein, die übrigen 700 Mitarbeiter nehmen in sieben Kompetenzzentren des BAIUDBw in Kiel, Hannover, Düsseldorf, Wiesbaden, Stuttgart, München und Strausberg ihren Sitz ein.

Die Gründung des BAIUDBw stellt Greyer-Wieninger als eine bedeutsame Änderung bei der vom Verteidigungsministerium angestrebten Neuausrichtung der Bundeswehr dar. Der Weg führe weg von der territorialen Wehrverwaltung hin zum neuen Organisationsbereich Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen. "Künftig werden die Strukturen zivil-militärisch gemischt sein", erklärte sie, "wir bündeln zivilen und militärischen Sachverstand."

Und was geschieht nach dem Auszug des Bundesamtes mit dem rund 26 000 Quadratmeter großen Areal der Ermekeilkaserne mitten in bester Südstadtlage? Leckel hört diese Frage immer öfter, vor allem von den Anwohnern, die schließlich "ein berechtigtes Interesse haben zu erfahren, was demnächst in unmittelbarer Umgebung geschieht.

Doch eine klare Antwort muss Leckel ihnen noch schuldig bleiben. Er kann lediglich auf die Gespräche verweisen, die der Bund zurzeit mit der Stadt Bonn hinsichtlich Vermarktung und Bebauung des Geländes führt. Angedacht ist eine zivile Nutzung mit Wohnungen und Büros.

Dazu muss der Bebauungsplan geändert werden. Ein Aufstellungsbeschluss ist der Stadt zufolge bereits gefasst. Zudem habe es erste Gespräche mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) gegeben. Fest steht bisher nur: Das seit mehr als zehn Jahren leerstehende denkmalgeschützte Kasernengebäude entlang der Ermekeilstraße, ein massiver Backsteinbau aus dem Jahr 1883, darf nicht abgerissen werden.

Bundeswehrreform:
Im Zuge der Bundeswehrreform soll das neue Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen (BAIUDBw) als zentrale Behörde das Verteidigungsministerium entlasten und Aufgaben des ehemaligen Bundesamtes für Wehrverwaltung übernehmen.

Zu den Aufgaben gehören unter anderem die Koordinierung der zivilen Einsatzunterstützung, Finanzen, Controlling und gesetzliche Schutzaufgaben wie Arbeits- und Brandschutz. Darüber hinaus übt das Amt die Dienstaufsicht über etwa 22 000 nachgeordnete Dienstposten aus.

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