Apfelkind in der Südstadt

Apple bedrängt das Apfelkind

BONN.  Ob es ein saurer Apfel ist, in den Christin Römer beißen muss, wird sich noch zeigen. Die Besitzerin des Familiencafés Apfelkind in der Südstadt hat Ärger mit dem Computerriesen Apple.Bonn. Und zwar wegen des Logos, das Tassen, Lampenschirme, Taschen und nicht zuletzt die Tür ihres Cafés ziert.
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Der Apfel am Ohr: Antal und Ayla weisen nach, dass Obst akustisch weniger hermacht als ein iPhone von Apple.
												Foto: Volker Lannert

Der Apfel am Ohr: Antal und Ayla weisen nach, dass Obst akustisch weniger hermacht als ein iPhone von Apple. Foto: Volker Lannert

Über dem Schriftzug "Apfelkind" ist ein roter Apfel samt integriertem weißen Kinderkopf zu sehen. Da besteht Verwechslungsgefahr, meint Apple. Deswegen möchte das Unternehmen das Café-Logo nicht mehr sehen.

Christin Römer sieht das anders. "Ich habe das Logo im Juni als Marke in München angemeldet, und zwar als sogenannte Wort-Bild-Marke, weil das Logo und der Schriftzug zusammen gehören", erzählt die Cafébesitzerin, die vermutet, das Apple so auf sie aufmerksam geworden ist. Insgesamt gebe es 42 Klassen, in denen man eine Marke anmelden kann. "Ich habe mehrere ausgesucht, zum Beispiel Mode und Dienstleistung."

Sie könnte sich vorstellen, dass das Logo irgendwann eine Modelinie ziert. Außerdem schwebt ihr eine Art Franchising vor. Das heißt, dass Römer ihr Café-Konzept gegen Bezahlung auch anderen zur Verfügung stellt. Ihre Idee könnte, so hofft sie, irgendwann mal auch in anderen Städten erfolgreich sein, so dass es in Zukunft weitere "Apfelkinder" gibt. Interessenten sind schon da: "Mich haben Leute aus München angesprochen", erzählt Römer.

Doch genau das möchte Apple nicht. "Der Widerspruch gilt nur für den Dienstleistungssektor. Aber das ist ja mein eigentliches Ding", so Römer. Bis Ende September sollte sie sich entscheiden, ob sie auf ihr Logo verzichten möchte. "Wahrscheinlich hat das Unternehmen gedacht, ich ziehe automatisch zurück, wenn ich den Brief erhalten habe", sagt Römer. Was sie aber nicht getan hat. Im Gegenteil. "Mein Anwalt hat jetzt Widerspruch gegen den Widerspruch eingelegt."

Das Computerunternehmen äußert sich nicht zu dem Fall. Und auch nicht dazu, wie Apple auf diesen und andere Fälle aufmerksam wird. Nur so viel: "Wenn unsere Markenrechte betroffen sind, dann reagieren wir", sagt Pressesprecher Georg Albrecht. Das Unternehmen hatte Römer nicht im Sinn, als sie das Logo entworfen hat. "Meine Vermieter haben viele Apfelbäume. Sie haben mich auf die Idee gebracht." Auch der Name in Schreibschrift stand bereits fest. "Dann hat mir eine Werbeagentur geholfen." Und schon war das Apfelkind-Logo da.

Was aus dem Fall wird, welche Kosten auf wen zukommen und ob das Logo des Cafés an der Argelanderstraße bleiben darf, steht noch nicht fest. "Ich warte auf einen Gegenbrief des Anwalts, der Apple vertritt. Mal gucken, was passiert. Ich persönlich finde ja, dass es etwas an den Haaren herbeigezogen ist. Ich fühle mich veräppelt", sagt Römer und lächelt.

Mehr Infos auf der Apfelkind-Homepage.

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