Emilie-Heyermann-Realschule

Hausbesitzer ärgern sich über städtischen Kahlschlag

BONN.  Als Ingrid Köppel am Mittwochmorgen aus dem Fenster schaute, traf sie beinahe der Schlag: Unmittelbar an ihrer Grundstücksgrenze auf dem Areal der benachbarten Emilie-Heyermann-Realschule an der Robert-Koch-Straße säbelten Mitarbeiter des städtischen Grünflächenamtes eine bis zu drei Meter hohe Hecke aus verschiedenen Sträuchern, darunter Pfeifenstrauch und Forsythie, ab.
Über den Kahlschlag vor ihrem Wohnhaus sind Ingrid Köppel und Thomas Lammel noch Stunden später entsetzt.
								Foto: Lisa Inhoffen
Über den Kahlschlag vor ihrem Wohnhaus sind Ingrid Köppel und Thomas Lammel noch Stunden später entsetzt. Foto: Lisa Inhoffen

"Sie haben den jahrzehntelang gewachsenen grünen Sichtschutz einfach mit einer Spezialmaschine abrasiert. Von einem ökologischen Pflegeschnitt kann da keine Rede sein", ärgert sich ihr Mann Hans-Werner Köppel. Sauer ist auch sein Mieter Thomas Lammel, der mit seiner Frau im Souterrain des Hauses wohnt. Jetzt hätten alle Passanten und Schüler, die dort auf das Schulgelände gingen, freie Sicht auf sein Schlafzimmer, zeigt er sich über den plötzlichen Kahlschlag vor seiner Haustür erbost.

"Der Rückschnitt ist in Absprache mit der Schule erfolgt", hieß es aus dem Stadthaus. Die Büsche seien zum Teil brüchig gewesen und deshalb "auf Stock" gesetzt worden. Köppel ist als Landschaftsarchitekt vom Fach und kann über diese Erklärung nur lachen: "Hier ist überhaupt nichts fachgerecht zurückgeschnitten worden ", sagt er und weist auf einen Strauch, von dem lediglich zerrupfte Stiele übriggeblieben sind.

Wenigstens fand das Ehepaar im Stadthaus ein offenes Ohr, als es sich dort telefonisch über die Aktion beschwerte. Eine Mitarbeiterin des Grünflächenamtes wolle sich nun die Bescherung vor Ort ansehen, so Ingrid Köppel.

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