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Poppelsdorfer Straßenfest
Besuchermassen machen Clemens-August-Straße zur Partymeile
Von Frank Auffenberg
POPPELSDORF. Ein mysteriöser blauer Streifen schlängelte sich beim Poppelsdorfer Straßenfest am Samstag über den Clemens-August-Platz. Ausgehend von der Clemens-August-Straße lief er Treppenstufen hoch, schmiegte sich an die Häuserfront, verschwand ein kleines Stückchen, nur um scheinbar aus dem Nichts wieder aus dem Sparkassenhaus zu kommen.
Feiern unter freiem Himmel: Beim Poppelsdorfer Straßenfest drängen sich die Besucher. Foto: Ingo Firley
"Mancher Besucher hat gefragt ob das ein neuer Radweg sei oder es einen Marathon gebe", sagte Wolfgang Alt, Vorsitzender des Fördervereins Poppelsdorfer Geschichte. Das breite blaue Band sei ganz einfach der rekonstruierte Verlauf des Engelsbaches, der hier zum Poppelsdorfer Bach wurde und in Richtung Schloss lief.
Bereits 1873 habe man in der Unterstadt, dort wo Samstag auf der Clemens-August-Straße das Fest stattfand, den Bach unterirdisch verlegt. 1883 sei dann auch der verbliebene, noch sichtbare Bachlauf in den Untergrund verlegt worden. "An manchen Stellen fließt er heute acht Meter unter der Fahrbahndecke. Noch heute füllt er den Schlossweiher", so Alt.
Zwei Stunden habe er gebraucht, um den alten Bachverlauf auf den Asphalt zu malen. Viele Besucher staunten nicht schlecht über diesen plötzlich greifbar gewordenen Teil Poppelsdorfer Geschichte, bevor sie sich auf dem Fest amüsierten. "Toll, dies sind Facetten der Bonner Geschichte, die ohne solches Engagement kaum jemandem bekannt wären", sagte Melanie Ritting. Sie schätze die Kombination aus Vergnügungsmeile und Ortsfest sehr. "Als Student kommt man ja nicht immer so leicht mit den alteingesessenen Anwohnern ins Gespräch wie bei so einer Gelegenheit", sagte sie.
Gewerbetreibende und Gastronomen präsentierten an ihren Ständen die Vielseitigkeit des Poppelsdorfer Gewerbes, abends spielten die "Sunny Skies". Zwischen Poppeldsdorfer Schloss und Clemens-August-Platz drängten sich bis in den späten Abend die Besuchermassen. "Im Herbst ist es eine der letzten Gelegenheiten ausgelassen an der frischen Luft mit Freunden zu feiern", sagte Sebastian Meier.
Eines ernsten Themas nahm sich der Stand des Vereins zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) an. "Wir haben bereits 250 Unterschriften für den Erhalt des Nutzgartens der Universität gesammelt", erklärte die erste Vorsitzende Susanne Gura. Sie plädiert bei der Neugestaltung des Campus Poppelsdorf für eine Wegführung um den Garten herum: "Er könnte so zu einem Schmuckstück für den Campus werden."
Artikel vom 19.09.2011
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