Silent Party in der Fabrik 45

Sie mögen Musik, auch wenn sie leise ist

BONN.  Menschen tanzen, Menschen unterhalten sich. So die Szene in der neuen Ausstellungshalle Fabrik 45 an der Viktoriabrücke. Normalerweise ist beides zusammen ganz schön schwierig. Denn entweder ist der Lautstärkepegel zu hoch, um sich zu unterhalten, oder die Musik zu leise, um eben wirklich zu "abzurocken".
Haben Spaß: Drei Mädels bei der Silent Party. Foto: Johannes Dominik Weber

Auf der Silent Party am Samstag in der ehemaligen Fabrikhalle sieht das hingegen ganz anders aus. Denn die Musik kommt über Kopfhörer. Zwei Kanäle haben Tanzwütige zur Auswahl. Die DJs von Heimspiel und die DJs der Veranstaltungsreihe "Red Tape Club" aus dem Nyx sorgen für die richtige Musikauswahl. Die Lautstärke regeln die Gäste selbst. Diejenigen, die lieber nur ein wenig Hintergrundmusik hören wollen, klemmen ihre Kopfhörer einfach nur um den Hals und können sich so auch noch locker unterhalten.

Darius Roncoszek initiierte die Veranstaltungsreihe und ist damit der einzige, der in der Fabrik 45 eine Party veranstalten darf. "Normalerweise sind Partys dieser Größenordnung zu laut für die Gegend hier", erklärt Natascia Cuschie.

Silent-Party (3.11.)
Mit ihrem Lebensgefährten Christof Domrowe gründete sie die Kreativschmiede, die Künstlern, der unterschiedlichsten Genres nicht nur eine Ausstellungsfläche bietet, sondern auch die entsprechenden Räume zum Arbeiten hat. Auch am Samstagabend wurde nicht nur getanzt, sondern auch Kunst gezeigt. Via Videoshow, die auf die Party abgestimmt war, gewährten Frency Fernandes Rosales und Anthony DiPaola einen Einblick in ihre Videokunst.

Die Idee hinter dem Konzept der Fabrik hat mehrere Ursprünge. "Wir haben viele Künstler in unserem Freundeskreis, die immer wieder Schwierigkeiten hatten, geeignete Flächen, sei es zum Arbeiten oder zum Ausstellen, zu finden", erklärt Cuschie. "Außerdem wollen wir, dass sich das Macke-Viertel weiter etabliert", erklärt Domrowe. Deswegen legen die beiden Leiter der Halle auch großen Wert darauf mit den umliegenden kulturellen Einrichtungen zusammenzuarbeiten.

"Bisher sind wir sehr zufrieden, so wie es läuft", sagt Cuschie. Denn eigentlich hätten die beiden nicht richtig geplant, sondern einfach gemacht. Bisher läuft die Finanzierung über Sponsoren, die auch das Gebäude kauften. "Ob die Einrichtung sich langfristig halten kann, muss die Nutzung zeigen", blickt Cuschie in die Zukunft. Aber die Unabhängigkeit sei eigentlich sehr gut für das Konzept, denn so "können wir aus dem Bauch heraus entscheiden."

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