Neue Sozialarbeiter im Bonner Norden

Damit alle auf Klassenfahrt gehen können

BONN.  Letztens in der Abendrealschule in der Dorotheenstraße. Endlich konnte mal wieder eine Klassenfahrt nach Berlin starten. "Das war unheimlich gut für die Klassengemeinschaft. Sonst scheiterte die Fahrt ja immer, weil zu viele Eltern sie nicht bezahlen können", sagte Sozialarbeiterin Magdalene Pues später. Dank des Bildungs- und Teilhabepakets (BuT), das aus Bundesmitteln stammt, konnte Pues Schülern aus Familien mit geringem Einkommen die Teilnahme an der Fahrt ermöglichen.
Bringen finanzielle Hilfen an bedürftige Familien in Bonn: 30 neue Sozialarbeiter der Stadt. Repro: GA

Pues' Einsatzgebiet ist der Bonner Norden, und sie ist eine von 30 Sozialarbeitern, die im Stadtgebiet seit März dieses Jahres dank des BuT beim Schulamt eingestellt sind. Sie bieten neben sozialpädagogischen Diensten wie Anti-Gewalt-Training und spezieller Mädchen- oder Jungenarbeit auch konkrete finanzielle Hilfestellungen in Bonner Schulen an.

Die meisten Betroffenen wüssten gar nicht, dass auch sie von Beihilfen zum Mittagessen in Kindertagesstätten, Schule und Hort, zum Schulbedarf und zur individuellen Förderung profitieren können, erläuterte Pues' Kollege Karl-Heinz Bloch, der in der Bonner Innenstadt Ansprechpartner ist.

"Wir helfen Familien auch, wenn das Kind in den Fußballverein oder einen Musikschulkursus möchte. Am fehlenden Geld scheitert das nicht mehr." Dafür sorge die intensive Beziehungsarbeit der neuen Kräfte. Voraussetzung sei, dass die Betroffenen Bezieher von Arbeitslosengeld II, Wohn- oder Sozialgeld, Sozialhilfe, Kinderzuschlag oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz seien. "Aber nachfragen lohnt sich auf jeden Fall. Es gibt noch mehr Anspruchsformen. Wir beraten ja jeden gerne", betonte Sozialarbeiterin Su-Han Shin, die in Bad Godesberg-Nord an Schulen tätig ist.

Er habe schon den Fall gehabt, dass ein muslimischer Vater nicht mit der Direktorin seiner Tochter, sondern nur mit einem Bekannten über seine Geldprobleme reden wollte, führte Deniz Düzel für Bad Godesberg-Süd aus: "Dem Mann konnte geholfen werden."

Aktuell können sich Kinder, Jugendliche und deren Eltern an 65 Orten in der Stadt beraten lassen. 25 Sozialarbeiterstellen, die derzeit 30 Personen ausfüllen, sind eingerichtet, rechnen die beiden Koordinatorinnen Dagmar Knyrim und Renata Hesse vor. "Ich glaube, wir sichern damit noch besser ab, dass alle Familien in Bonn an den Leistungen für ihre Kinder teilhaben können", meinte Koordinatorin Sabine Lukas.

Mehr unter der Rufnummer 0228/775630 oder 775532, per E-Mail über dagmar.knyrim@bonn.de oder renata.hesse@bonn.de.

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