Kunstrasen: Rot-Weiß Lessenich hat der Stadt ein Finanzierungskonzept vorgelegt | GA-Bonn

Kunstrasen

Rot-Weiß Lessenich hat der Stadt ein Finanzierungskonzept vorgelegt

LESSENICH.  Ein kleiner Rasenplatz und eine neue Ascheabdeckung auf dem Tennenplatz waren für den FC Rot-Weiß Lessenich ein schwacher Trost: Dafür wurde der Verein von der städtischen Prioritätenliste für Kunstrasen gestrichen, Bemühungen des Bürger Bundes Bonn im vergangenen Jahr, das rückgängig zu machen, scheiterten im Sportausschuss.

Matschig ist der Platz, und die Jugend läuft dem Rot-Weiß Lessenich davon. Deshalb ist der Verein jetzt aktiv geworden und macht Vorschläge, wie der Sportplatz umgebaut werden kann. Foto: Roland Kohls

Die Ehrenamtlichen, die in der Fußballabteilung rund 260 Kinder zwischen vier und 18 Jahren betreuen, waren enttäuscht und beschlossen in diesem Jahr, sich unter dem Motto "Tu was für die Jugend" selbst um ein Finanzierungskonzept zu bemühen. Dieses liegt der Stadtverwaltung seit kurzem vor.

Das Hauptproblem: "Die Vereine mit Kunstrasenplätzen in der Umgebung nehmen uns die Spieler weg", sagte Andreas Schmich vom Verein. Der Rasenplatz, den die Stadt für 40 000 Euro neben dem Tennenplatz eingerichtet hatte, würde das mittelfristig auch nicht verhindern, zumal er auch nicht im besten Zustand sei. Der Verein macht der Stadt deshalb ein Angebot: Er würde den Umbau von Asche in Kunstrasen selber in die Hand nehmen, der rund 530 000 Euro kosten würde. 78 000 Euro davon würde der Verein 2013 sofort aufwenden, den Rest bei der NRW-Bank über einen längeren Zeitraum abstottern. Auch Pflasterarbeiten, Absperrungen und andere Aufgaben rund um die Verlegung des Kunstrasens würde der Verein selber leisten.

Bedingung: Die Stadt gibt dem Verein ein kostenloses Nutzungsrecht über 25 Jahre und stellt die rund 28 000 Euro, die sie derzeit auf jeden Fall jährlich für die Pflege des Aschen- und Rasenplatzes aufwenden muss, dem Verein zur Verfügung. Der würde die fachgerechte Wartung selbst übernehmen, was deutlich kostengünstiger wäre. Mit dem eingesparten Geld, erhofften Spenden und Sponsoringgelder, der Einführung eines Nutzungstickets für Schulen, Kindergärten und sonstige Einrichtungen sowie einer moderaten Erhöhung der Mitgliedsbeiträge könne man Rücklagen für die nach 20 Jahren anstehende Sanierung des Platzes bilden. "Wenn die Stadt dem zustimmt, könnten wir das sofort umsetzen", so Schmich. Der Verein warte nun auf eine Rückmeldung des Sport- und Bäderamtes, sagte Marco Jost, Trainer der Bambini-Mannschaft II. Auf Anfrage bestätigte das Presseamt der Stadt, dass das Konzept derzeit geprüft wird. Generell befürworte man eigenverantwortliches Handeln der Vereine.

Nicht im Finanzierungskonzept enthalten, aber dem Verein ein Anliegen ist die Nutzung einer leerstehenden Wohnung über den Geräteräumen als Vereinsheim. Diese Wohnung würde der Rot-Weiß Lessenich anmieten und eigenständig renovieren. Für Verwirrung habe das städtische Gebäudemanagement (SGB) gesorgt, dass die Wohnung aufgrund der Lage direkt an einem Sportplatz zunächst als nicht vermietbar einstufte, sie im April aber doch wieder zur Vermietung freigeben wollte. Zu dieser Angelegenheit hat Jost einen Brief an Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch gesendet, mit der Bitte, "einen gangbaren Weg für den Verein und die Stadt Bonn" aufzuzeigen. Laut Presseamt hat der OB diesen Hilferuf wahrgenommen, das SGB prüft die Angelegenheit und der Verein soll in naher Zukunft eine Antwort erhalten.

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