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Politiker lehnen Maßnahmen ab
Keine Sperren gegen Mofafahrer
Von Nicolas Ottersbach und Rolf Kleinfeld
LESSENICH. Auch wenn das Meßdorfer Feld mit seiner aktuellen Größe vorerst gesichert ist, bleibt die Bürgerinitiative für die Erhaltung des Meßdorfer Feldes wachsam. "Wir befürchten nach wie vor, dass in Zukunft immer mehr kleine Stücke angeknapst werden", sagte Sprecher Rudolf Schmitz jetzt beim Weihnachtstreffen.
Viel freie Natur: Im Meßdorfer Feld suchen viele Bürger Erholung und Entspannung. Foto: GA
Die Stadt habe den richtigen Weg eingeschlagen, jetzt müsse er nur eingehalten werden. "Das Feld gehört zur grünen Lunge Bonns und liefert frische Luft", so Schmitz. Dass die Natur dort noch in Ordnung sei, zeige der Fotokalender für 2013, aus dem der GA hier ein weiteres Bild abdruckt. Mittlerweile seien fast alle Exemplare verkauft.
Aber auch so gibt es noch viel zu tun: Diskutiert wird seit Langem, was auf dem Gelände der alten Stadtgärtnerei entstehen soll. Bisher gibt es sechs Planungsvarianten der Stadt, die vor allem auf Wohnungsbau abzielen. Am liebsten wäre der Bürgerinitiative eine Obstwiese, "wir wissen aber auch, dass wir um neue Wohnflächen nicht herumkommen." Die Mischung aus Natur und Bebauung müsse stimmen.
Auch die Politiker beschäftigen sich mit dem Feld. Zuletzt in der Bezirksvertretung Bonn ging es allerdings darum, wie man die vielen Zweiräder in den Griff bekommen kann. Das Problem: Mofas dürfen fahren, Roller nicht. Für die vielen Fußgänger stellen allerdings beide eine Gefährdung dar.
Doch die Politiker konnten sich nicht darauf einigen, durch enge und versetzte Geländersperren an den Eingängen dafür zu sorgen, dass Mofa- und Rollerfahrer nicht mehr durchfahren können. Einstimmig lehnten die Politiker diese Möglichkeit ab, beschlossen allerdings in einem Atemzug, dass die Polizei mehr kontrollieren solle. Darauf solle sie von der Stadtverwaltung hingewiesen werden, "da die bestehenden Verkehrsregelungen bisher praktisch wirkungslos blieben", hieß es.
Ebenso fand der Vorschlag eine Mehrheit, das Feld auf Dauer zu einer motorradfreien Zone zu machen, weil das der Freizeitnutzung des Geländes durch Spaziergänger, Radler, Jogger und Familien mit Kindern entspreche. Bezirksbürgermeister Helmut Kollig (SPD) konnte die von dem Gremium getroffenen Entscheidungen aber wohl nicht ganz nachvollziehen. "Das widerspricht sich ja schon irgendwie", sagte er und zuckte mit den Schultern.
Einige Bürger hatten sich darüber geärgert, dass immer häufiger Mofafahrer ohne Rücksicht auf Verluste herumrasen und sich das Feld zum Treffpunkt für jugendliche Mofafahrer entwickelt habe. Sie führen dort regelrechte Rennen und hielten "Quietschbremsveranstaltungen" ab, hieß es. Brigitta Poppe von den Grünen berichtete, dass vor einigen Wochen ein Rollerfahrer gestürzt und in eine Gruppe von Fahrradfahrern gekracht sei. "Das ist kein Zufall, sondern solche Situationen kommen leider häufig vor", sagte sie.
Artikel vom 21.12.2012
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