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Haus der Jugend
Verrückte Nachbarn - Schüler führen eine Komödie auf
Von Nikola Raegener
BONN. Ein Haus voller Nachbarn, wie man sie sich unterschiedlicher nicht vorstellen kann, ist derzeit auf der Bühne im Haus der Jugend zu erleben. Am Donnerstagabend gab es die Generalprobe der Komödie "Nachbarn - Nichts ist so, wie es scheint". Das Stück entstand nach Ideen und Improvisationen von 23 Jugendlichen im Alter von zehn bis 21 Jahren und ist eine Produktion des städtischen Jugendzentrums Haus der Jugend an der Reuterstraße.
Generalprobe im Haus der Jugend: Die jungen Schauspieler bereiten sich ein letztes Mal vor der Premiere vor. Foto: Roland Kohls
"Es geht in unserem Stück um Bilder, die man vom anderen hat, wenn man sich kennen lernt. Wie Menschen sich geben und wie sie wirklich sind", erklärte die zwölfjährige Frieda Loschnig, die in dem Stück die Lena spielt.
Herr van de Sellerie, ein joggender Naturfreak mit seinen Töchtern Natura und Demeter, die Alkoholiker-Eltern Malzer, die ihren Tag und wohl auch die Nacht mit andauerndem Bierkonsum und Nagelmaniküre vor dem Fernseher verbringen; eine überdrehte Esoterik-Mutter, die einen Tennisball um Erleuchtung bittet, eine Studenten-WG mit Messi und Heulsuse oder Oma Else, die unbeobachtet im Fahrstuhl bei plötzlich einsetzendem Lichtblitzgewitter zuckend im Gangnam-Style tanzt, so dass die Schuhe fliegen. All diesen schrillen Erwachsenen und ihren eher normalen Kindern begegnet Protagonistin Lena, die neu in dem Haus eingezogen ist, zunächst im Fahrstuhl.
Lenas Eltern arbeiten den ganzen Tag und sie sucht Anschluss. Vergeblich zunächst, denn alle Kinder und Erwachsenen, die sie trifft, sind nur mit ihrem eigenen Leben beschäftigt. Hausmeisterin Frau Maier und Oma Else geben dem Leben der aneinander vorbei lebenden Menschen schließlich eine positive Wende.
Die Jugendlichen von zwölf unterschiedlichen Bonner Schulen probten ein halbes Jahr intensiv. Entstanden ist ein überaus kreatives und lebendiges Theaterstück mit eigenen Dialogen, Tanzeinlagen und selbst geschriebenen Songs unter der musikalischen Leitung von John Brandi.
Fazit: Die Zuschauer bekommen ein witziges Theaterstück mit sehr gut von den Jugendlichen beobachteten und dargestellten menschlichen Charakteren unter der Regie von Bernd Loschnig und Florian Birkenstock zu sehen.
Artikel vom 14.12.2012
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