Geplante Dirt-Bike-Anlage

Lauter Applaus für die Befürworter

Dottendorf.  Bei einer Bürgerversammlung zum geplanten Dirt-Bike-Park auf dem ehemaligen Bolzplatz zwischen Hertha-Sportplatz und Waldrand informierten sich Gegner und Befürworter des Projekts am späten Donnerstagnachmittag über das Vorhaben und tauschten ihre Argumente aus.
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Martin Herkt (rechts hinten, stehend) erläutert auf dem maroden Hertha-Platz den zahlreichen Anwohnern, was auf dem benachbarten Brachgrundstück geplant ist.
												Foto: Martin Ochmann

Rund 80 Anwohner waren der Einladung der Stadt gefolgt. Und wenngleich die Wellen hoch schlugen, als die Planung bekannt wurde, die Diskussion verlief durchaus sachlich. Überraschende Erkenntnis: Konnte man bislang den Eindruck gewinnen, dass bei 17 Anträgen gegen den Park - denen nur zwei Bürgeranträge gegenüberstehen, die das Projekt befürworten - die Gegner des Projektes überwiegen, gab es am Donnerstag insbesondere dann lauten Applaus, wenn sich Bürger zu Wort meldeten, die sich für den Bau des Parcours aussprachen.

Landschaftsarchitekt Ralf Maier machte den Anfang. Er wird voraussichtlich den Park gemeinsam mit den Jugendlichen bauen, sollte das Projekt es durch die politischen Gremien schaffen. Und er wollte erklären, was die Anwohner erwartet. Weit kam er nicht.

Der erste Zwischenrufer wollte wissen, wem denn das Gelände eigentlich gehört. "Das Gelände gehört der Stadt, und die wird das Grundstück an die Initiative übertragen", sagte Martin Herkt, Abteilungsleiter im Jugendamt. Es sei im übrigen als Bolzplatzfläche ausgewiesen.

Rund 1200 Quadratmeter sei die Fläche groß, auf der der Hindernisparcours gebaut werden soll, führte Maier weiter aus. Und brachte mit dieser Feststellung Herkt in Erklärungsnot. Denn die Kritiker des Projekts bezweifeln, dass es keine alternativen Standorte gibt. Und schlagen unter anderem den Platz am Haus der Jugend oder in der Rheinaue vor.

Die Stadt plane mit einer größeren Fläche, nämlich 2500 Quadratmetern, sagte Herkt. Und das gebe die Fläche am Haus der Jugend nicht her. Die Fläche in der Rheinaue sei zwar geeignet. Dort würden aber Profis trainieren, die Kinder hätten dort keine Chance.

Ein Anwohner verwies auf die ökologische Bedeutung des Geländes, dort wachse unter anderem der Wiesenstorchschnabel. Dem hielt Herkt eine aktuelle Stellungnahme der unteren Landschaftsbehörde entgegen. Demnach können "keine naturschutzfachlichen Gründe entgegengehalten werden", streng geschützte Arten seien nicht vorhanden.

Doch die Kritiker bezweifelten unter anderem, dass Maier den Bau mit Unterstützung der Jugendlichen realisiert bekommt, und dass genug Geld vorhanden ist, um das Areal auch künftig zu pflegen. Sie befürchteten, dass der Waldhang als Anfahrtsweg missbraucht wird und kleinere Kinder vertrieben würden, und kritisierten, dass die Befürworter aus Ippendorf kommen und das zu allem Überfluss wahrscheinlich auch noch mit dem Auto.

Doch es gab auch andere Stimmen. Eine Anwohnerin gab sich als ehemalige Gegnerin des Projekts zu erkennen. "Das ist unglücklich gelaufen, wir fühlen uns überfahren", sagte sie. Doch je mehr sie über das Projekt nachdenke, umso weniger Gründe dagegen könne sie finden. "Da wachsen Brombeeren, da spielt niemand", sagte sie. Eine andere Anwohnerin meinte: "Es ist traurig, dass diese Eigeninitiative nicht unterstützt wird."

Ein 2500 Quadratmeter großes Areal

Rund 10 000 Euro hat die Initiative für den Bau des Dirt-Bike-Platzes nach eigenen Angaben bislang gesammelt. Das Geld reicht aus, um eine rund 1200 Quadratmeter große Fläche zum Parcours umzubauen.

Rund 6000 bis 7000 Euro kostet das laut Ralf Maier. Der Landschaftsarchitekt hat schon einige ähnliche Parks gebaut. Die insgesamt bebaubare Fläche sei rund 2500 Quadratmeter groß. Auf dem Areal sollen Bodenwellen und Erdhügel angelegt werden, zwischen 50 Zentimeter und 1,50 Meter hoch. Die Jugendlichen nehmen Schwung auf einem Erdhügel und fahren dann einen Rundparcours.

Die Initiatoren, Eltern und Kinder, sollen beim Bau mit anpacken, auch die künftige Pflege des Geländes liegt in ihren Händen. Ruth Hemmersbach, Sprecherin der Initiative, verteidigte den Standort. Er sei für alle Interessenten, die aus der ganzen Umgebung kämen, wegen seiner zentralen Lage gut zu erreichen. Die Jugendlichen würden mit dem Rad anreisen.

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