Bonner Bürgerfest

Gespräch im Haus der Geschichte als Auftakt zum UNO-Tag

BONN.  Zur Einstimmung auf das heutige Bonner Bürgerfest zum UNO-Tag beschwor Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch am Freitagabend im Haus der Geschichte die weitere Entwicklung und Stärkung der Vereinten Nationen, die auch für Bonn selbst "ein ganz großes Plus" bedeute.
Sieht den Wohlstand nicht nur in der materiellen Grundlage: Meinhard Miegel spricht im Haus der Geschichte. Foto: Barabra Frommann

"Der rote Faden bei all Ihren Aktivitäten ist Nachhaltigkeit, um eine nachhaltige Entwicklung weltweit zu fördern", sagte Nimptsch beim dem Fest vorangehenden Bonner UNO-Gespräch.

Es gehe um den Einsatz gegen Umweltschäden, Katastrophen und Armut und für eine lebenswerte Zukunft. Nachhaltiger Konsum werde demnach die Themen des Festes in den zehn Zelten und auf der Bühne auf dem Bonner Markt bestimmen. Man wolle die wichtige Debatte von der "Fairtrade Town" Bonn in die Köpfe der Menschen, aber auch auf die Meta-Ebene der Gesellschaft transportieren, so der OB.

Mit ihm hatte Professor Jakob Rhyner als Sprecher der Bonner UNO-Einrichtungen die Schirmherrschaft über diesen Tag übernommen. Die UNO brauche sehr gute Standorte wie Bonn für ihre Arbeit, so Rhyner in seinem Grußwort.

"Unsere Mitarbeiter loben die gute Infrastruktur der Stadt und die durch viele weitere Organisationen und Wissenschaftseinrichtungen sehr stimulierende Umgebung", sagte Rhyner, der Leiter des Instituts für Umwelt und menschliche Sicherheit an der Hochschule der Vereinten Nationen ist. Man sei sehr glücklich, ein für die Geschichte Deutschlands so wichtiges Gebäude nach dem Berlin-Umzug für die UNO nutzen zu können. "Dieses Bürgerfest morgen sehe ich dazu als Ausdruck des Bekenntnisses der Stadt Bonn für die Vereinten Nationen", so Ryhner,

Den Konsum und das Verhalten der Konsumenten hatte auch der Festvortrag von Professor Meinhard Miegel, Vorstandsvorsitzender des Denkwerks Zukunft - Stiftung kulturelle Erneuerung zum Thema. Miegel bot unter dem Motto "Von der Konsum- zur Wohlstandskultur" einen Parforceritt durch deren Geschichte.

Wirklicher Wohlstand, das bedeute "bei Sicherung, aber keineswegs fortwährender Vergrößerung materieller Grundlage" etwa, die Sinne zu nutzen, Zeit für sich und andere zu haben. "Wirklicher Wohlstand ist Freude an der Natur, der Kunst, dem Schönen, dem Lernen: Das sind menschengemäße Häuser und Städte mit Straßen und Plätzen; das ist ein intelligentes Verkehrssystem und gelegentliche Stille", resümierte Miegel.

Tag der Vereinten Nationen
Das Bonner Bürgerfest zum Tag der Vereinten Nationen beginnt am heutigen Samstag um 11.30 Uhr auf dem Markplatz. Im Mittelpunkt steht das Thema nachhaltiger Konsum. Bis 18 Uhr präsentieren sich auch die Bonner UN-Sekretariate und Organisationen und geben Einblick in ihre Arbeit.

Ab 14.15 Uhr tritt Rolf Stahlhofen auf, Bandmitglied der Söhne Mannheims. Außerdem stehen die Rockband Basement Two, die deutsch-afrikanische Trommelgruppe Michel and Friends, die Bonner Circusschule Corelli und die brasilianische Band Só Sucesso auf der Bühne. Die Deutsche UNESCO-Kommission präsentiert an ihrem Stand die Aktivitäten zur UNO-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung". Am Tag der Vereinten Nationen erinnern die UNO-Mitgliedstaaten weltweit an die Charta der Vereinten Nationen, die am 24. Oktober 1945 in Kraft trat. 

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