Bezirksvertretung berät über Ortskonzept von Graurheindorf

Über das Ortsentwicklungskonzept Graurheindorf wird schon seit Jahren diskutiert - in den politischen Gremien und im Stadtteil. In der morgigen Sitzung der Bezirksvertretung Bonn steht es wieder auf der Tagesordnung. Dieses Mal allerdings haben die Vorschläge eine Chance.
An der Estermannstraße, Ecke Zweimühlenweg kann es eng werden. Deswegen wünscht sich der Ortsausschuss, dass die Straße dort zur Einbahnstraße wird.
								Foto: Barbara Frommann
An der Estermannstraße, Ecke Zweimühlenweg kann es eng werden. Deswegen wünscht sich der Ortsausschuss, dass die Straße dort zur Einbahnstraße wird. Foto: Barbara Frommann

Graurheindorf. Über das Ortsentwicklungskonzept Graurheindorf wird schon seit Jahren diskutiert - in den politischen Gremien und im Stadtteil. In der morgigen Sitzung der Bezirksvertretung Bonn steht es wieder auf der Tagesordnung. Dieses Mal allerdings haben die Vorschläge eine Chance.

Denn CDU und Grüne haben sich in Abstimmung mit dem Ortsausschuss (OA) Graurheindorf auf eine gemeinsame Lösung geeinigt. Und zumindest im Hauptausschuss, der (vermutlich) am 9. Dezember endgültig über das Konzept abstimmen wird, haben die beiden Fraktionen eine Mehrheit.

Die Planungen für die lang diskutierte Entlastungsstraße für die Estermannstraße, am östlichen Rand des Lausackers, sollen erst einmal auf Eis gelegt werden. Obwohl sich - zu Zeiten der großen Koalition - CDU und SPD darauf geeinigt hatten, dass der Fußweg "et Pättche" in eine Straße verwandelt werden soll. Sie sollte zur Rheinseite hin bebaut werden, so dass die künftigen Anwohner die Straße größtenteils bezahlen würden.

Das ist nun anders - sehr zum Ärger einiger Graurheindorfer, die ihrem Unmut bei einer Versammlung des Bürger Bundes Bonn am Freitagabend Luft machten. "Die Umgehungsstraße Lausacker mit doppelseitiger Bebauung ist vor einigen Jahren auf einer Bürgerversammlung beschlossen worden. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir uns auf etwas anderes geeinigt haben", sagte ein Graurheindorfer kopfschüttelnd.

"Schwarz-Grün ist nicht bereit, diese Straße zu bauen. Damit es keinen Stillstand gibt, haben wir uns auf eine andere Lösung geeinigt", erklärte Michael Bauch-Holdau, stellvertretender OA-Vorsitzender. So habe der OA erreicht, dass die Planungen für das Wohngebiet nördlich des Friedhofs, In der Lehmkaule, so lange zurückgestellt werden, bis eine endgültige Lösung für die Verkehrssituation in der Estermannstraße gefunden worden ist.

In Sachen Verkehr hat der OA einige Vorschläge, die von Schwarz-Grün unterstützt werden. "Im wesentlichen sollen Durchfahrtssperren im Ortsbereich kommen", sagte Bauch-Holdau. Das Ziel: Die problematische Situation für Fußgänger auf der Estermannstraße zu entschärfen. So soll die Estermannstraße am Zweimühlenweg zur Einbahnstraße werden - Autos sollen dann zwar nach Bonn, aber nicht mehr in Richtung Norden fahren können.

Ausweichmöglichkeiten gebe es über Karl-Legien-Straße und Kranenweg. Der Knotenpunkt Estermannstraße/Kranenweg soll für Lkw gesperrt werden. Sie sollen über die Kopenhagener Straße ausweichen. Auch der Punkt Estermannstraße/Buschdorfer Kirchweg soll für Autos tabu sein. Das gilt allerdings nicht für den ÖPNV.

Alternativen sind der Buschdorfer Kirchweg sowie die Straße An der Rheindorfer Burg, die allerdings vorher auf Verkehrssicherheit geprüft werden soll. Der Milchgasserweg wird abgebunden. Dann sollen nach dem Brückenkopf Mondorfer Fähre keine Fahrzeuge nach Graurheindorf beziehungsweise hinaus fahren können. Busse und kommunale Fahrzeuge sind von der Regelung ausgenommen. Auch die Durchfahrtssperre Herseler Straße/Herpenstraße bleibt bestehen.

"Wenn es in der Estermannstraße keinen Gegenverkehr mehr gibt, werden einige Autos wohl rasen", befürchtete ein Bürger. Auch dafür sollen Lösungen gefunden werden, sagte Bauch-Holdau. Zum Beispiel in Höhe des Wirtschaftshofes. Dorf sollen in nördlicher Fahrtrichtung Parkplätze markiert, auf der gegenüberliegenden Seite ein Parkverbot installiert werden.

Zusätzlich dürfe nicht vergessen werden, dass die Maßnahmen ohnehin erst einmal für drei Monate getestet werden sollen, gab Bauch-Holdau zu bedenken. "Danach soll eine Bürgerbefragung Aufschluss über Wirksamkeit und Akzeptanz geben." Die Sitzung der Bezirksvertretung Bonn beginnt am Dienstag um 17 Uhr im Stadthaus, Ratssaal, Berliner Platz.

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