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Arbeiten unter der A565
Stadt Bonn verlegt ein großes Abwasserrohr
Von Bettina Köhl
BONN. Die Bauarbeiten für die neue Abwasserleitung unterhalb der Autobahn 565 in Endenich sind im Zeitplan. Insgesamt 1,7 Millionen Euro investiert die Stadt Bonn in einen sogenannten Düker. Die Rohr-Unterführung verläuft in drei Metern Tiefe unter der Fahrbahn.
Um hier bauen zu können, musste eine Riesenbohrmaschine unterirdisch den Weg für die Rohre frei machen. Zunächst wurden eine Start- und eine Zielbaugrube am Rande der Autobahn gegraben. In Höhe Wiesenweg und Schubertstraße stützen Bohrpfähle und Spritzbeton die großen Schächte. Sie sind offen, man kann über Treppen und Leitern 15 Meter tief in die Baugrube steigen. Hier ist es so eng, dass der Bohrkopf in Einzelteile zerlegt werden musste.
Zurzeit werden die Rohre aus glasfaserverstärktem Kunststoff eingebaut, die einen Durchmesser von 1,6 Metern haben. Eine alte Abwasserleitung, die nur 30 Zentimeter Durchmesser hat, wird dafür später stillgelegt.
Durch den Düker fließt Schmutz- und Regenwasser aus dem Bonner Westen zur Kläranlage am Salierweg. "Wir brauchen zusätzliche Kapazitäten", sagte Tiefbauamtsleiter Werner Bergmann. Zum einen wachse die Bevölkerung weiter. "Außerdem gibt es neue Berechnungen, welche Reserve wir für Starkregen brauchen", so Bergmann.
Wer gebückt geht, kann trockenen Fußes unter der Autobahn hindurchlaufen. Die Wand der Rohre ist nur sieben Zentimeter dick. Sie sind leicht und stabil, "ähnlich wie die Karosserie eines Rennwagens", sagte Bergmann. Die Unterführung ist 70 Meter lang und wird sich später von selbst reinigen. Wenn die Bauarbeiten im August 2013 beendet sind und das Abwasser fließt, ist keine Pumpe notwendig, um die Höhenunterschiede zwischen den beiden Kanalenden und der Autobahn-Unterführung zu überwinden. Das Prinzip der Kommunizierenden Röhren sorgt dafür, dass das Wasser an beiden Seiten des Dükers gleich hoch steht.
Die Stadt Bonn unterhält ein Kanalnetz, das mehr als 1000 Kilometer lang ist. Tendenz steigend. "Immer wenn wir ein neues Baugebiet ausweisen, kommen auch neue Kanäle hinzu", so der Leiter des Tiefbauamtes. Im Rahmen ihrer Abwasserbeseitigungspflicht muss die Stadt dafür sorgen, dass buchstäblich alles läuft. Bis zum Jahr 2017 investiert sie 20 Millionen Euro pro Jahr ins Kanalnetz. Die notwendigen Arbeiten sind in Schadensklassen eingeteilt und werden nach und nach erledigt.
Artikel vom 18.12.2012
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