Unbekannte stehlen Fahrzeug

Polizisten finden Wohnmobil in Baugrube

ENDENICH.  Da staunte Marianne Michels nicht schlecht, als am Samstag vor 14 Tagen gegen Mitternacht die Polizei vor ihrer Wohnungstür im Obergeschoss des Irish-Pubs "Fiddlers" in Endenich stand. Diesen betreibt ihr Lebensgefährte Raymond Searson. "Ich hatte den Eindruck, die wollte mich gleich verhaften", berichtet sie. Möglicherweise täuschte ihr erster Eindruck sie nicht.

Die Beamten berichteten Michels, dass sie ihr Wohnmobil, einen silberfarbenen Ford-Nugget, stark beschädigt in einer Baugrube auf dem Uni-Campus in Poppelsdorf gefunden hätten und fragten, ob sie damit am Abend unterwegs gewesen sei. Diese Frage und auch die, ob sie Alkohol getrunken habe, konnte sie mit gutem Gewissen mit Nein beantworten. Zudem bestätigte ihr Partner, sie sei den ganzen Abend zu Hause gewesen. Die beiden erfuhren, dass jemand mit dem Fahrzeug vom Parkplatz hinter dem benachbarten Rex-Kino an der Frongasse gefahren sei, beim Abbiegen drei parkende Autos beschädigt habe und geflüchtet sei. Passanten hatten daraufhin die Polizei alarmiert.

"Ich fiel aus allen Wolken, als ich das hörte", erzählt die Rentnerin. Denn am Abend, gegen 19.30 Uhr, sei sie noch mit dem Hund draußen gewesen und habe das Wohnmobil wie gewohnt auf seinem Parkplatz stehen gesehen. "Der Diebstahl muss also danach passiert sein", glaubt sie. Als sie erfuhr, dass der Unbekannte das Fahrzeug mit einem Schlüssel gestartet hatte, fuhr ihr ein weiterer Schreck in die Glieder.

Michels durchsuchte ihre Wohnung nach ihrem Schlüsselbund und musste feststellen: Auch der war verschwunden. Samt Schlüsseln für Wohnung, Pub und einem Wagen, der noch auf dem Parkplatz stand. Die Frau hat nur eine Erklärung: "Der Bund muss mir an dem Abend unten in der Gaststätte aus meiner Tasche oder dem Mantel gestohlen worden sein."

Da half alles nichts: Michels und Searson bestellten noch in der Nacht den Schlüsseldienst und ließen sämtliche Schlösser austauschen. Per Handzettel und Aushängen suchen sie seither Zeugen, die Angaben zur Tat machen können. Die Polizei den beiden hat das Fahrzeug nach der Spurensicherung wieder übergeben. Es steht in der Werkstatt und muss repariert werden. Die Schäden an allen vier Fahrzeugen beziffert ein Polizeisprecher auf "15 000 Euro und mehr". Hinsichtlich der Täter tappe man noch im Dunkeln.

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