Überfall in Endenich

Opfer nach Schnitt in Zunge wieder daheim

Bonn.  Bei dem Überfall auf einen indischen Studenten, der an Heiligabend auf der Sebastianstraße von zwei Männern zusammengeschlagen und in die Zunge geschnitten wurde, vermuten die Ermittler nach wie vor einen islamistischen Hintergrund und bitten die Bevölkerung um Mithilfe.
Symbolbild.
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Symbolbild. Foto: dpa

Wie Polizeisprecher Harry Kolbe am Donnerstag mitteilte, konnte der Student das Krankenhaus, in dem er behandelt werden musste, inzwischen wieder verlassen. Am Montag gegen 22 Uhr, so die Polizei, hatten die beiden Täter den 24-jährigen Studenten auf Höhe Sebastianstraße 119 aus dem Nichts heraus nach dessen Religionszugehörigkeit gefragt und ihn aufgefordert, zum Islam zu konvertieren.

Als der 24-Jährige weitergehen wollte, sei er von hinten niedergeschlagen worden, und die Männer hätten zu ihm gesagt:Wenn er nicht konvertiere, sei er ein Sünder, dem die Zunge abgeschnitten werden müsse.

Dann sei es einem der Täter gelungen, dem von den Schlägen benommenen Studenten einen tiefen Schnitt in die Zunge zu versetzen. Anschließend seien die beiden Männer mit einem Auto in Richtung Poppelsdorf weggefahren. Eine Passantin alarmierte die Rettungskräfte, und der Student wurde in eine Klinik gebracht und war zunächst nicht vernehmungsfähig.

 Laut Polizei konnte der stark unter Schock stehende junge Mann dann am zweiten Weihnachtstag vernommen werden. Was er schilderte, bezeichnete Polizeisprecher Kolbe gestern als "überaus glaubwürdig" und führt dazu, dass die Ermittlungsgruppe der Polizei einen islamistischen Hintergrund nicht ausschließen kann.

Die Suche nach den Tätern werde mit Hochdruck betrieben, erklärte Kolbe, und die Bonner Polizei stehe im Austausch mit Ermittlern von Land und Bund. Auch Staatsanwältin Karen Essig versicherte gestern: "Wir nehmen den Fall sehr ernst."

 Das Opfer beschrieb einen der Täter als etwa 30-jährigen, dunkel gekleideten Mann mit dunklen lockigen Haaren mit grauen Ansätzen, längerem Kinnbart und 1,80 Meter groß. Die Polizei fragt noch einmal: Wer hat Heiligabend gegen 22 Uhr auf der Sebastianstraße in Höhe der Autobahnunterführung in Endenich eine Auseinandersetzung zwischen drei Männer beobachtet? Sachdienliche Hinweise unter der Rufnummer 0228/150.

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