Tajik-Rallye

Vier Bonner fahren mit zwei Golfs über 10.000 Kilometer

BONN.  Ein alter Golf 2 ist kein Raumwunder. Trotzdem haben Jennifer Kirykowitsch, Amadeus Göttlinger, Nico Tümptner und Kristijan Rasevic zwei der Kleinwagen auserkoren, um mit ihnen nach Duschanbe in Tadschikistan zu fahren. Am Samstag brechen sie von Bonn nach München auf, um dort als "Team Rheinland" bei der wohltätigen "Tajik Rallye" zu starten.
Auf nach  Tadschikistan: Amadeus Göttlinger (v.l.), Nico Tümptner, Werkstattmeister Ulrich Kaschub und Christof Marx, die beim Umbau halfen, Jennifer Kirykowitsch und Stefan Rasevic.
								Foto: Nicolas Ottersbach
Auf nach Tadschikistan: Amadeus Göttlinger (v.l.), Nico Tümptner, Werkstattmeister Ulrich Kaschub und Christof Marx, die beim Umbau halfen, Jennifer Kirykowitsch und Stefan Rasevic. Foto: Nicolas Ottersbach

"Das Ziel ist nicht, als erster anzukommen, sondern das Abenteuer mitzumachen und Menschen zu helfen", sagt Jennifer Kirykowitsch. Sie werden nicht nur ihre komplette Ausrüstung, sondern auch ihre Autos am Ziel zurücklassen. Zwischen zwei und vier Wochen werden sie unterwegs sein und rund 10.000 Kilometer fahren. Einziges Hilfsmittel unterwegs gen Osten ist der Kompass. Karte, Reiseführer oder Navigationsgerät sind Tabu.

"So eine Reise anzutreten, braucht neben Mut auch eine Menge Optimismus", sagt Kirykowitsch. Denn sobald sie losrollen, ist das Quartett auf sich allein gestellt. Die Route können sie frei wählen, allerdings gibt es einen vorgegebenen Kontrollpunkt. Die Rennleitung empfiehlt drei Routen: "Entweder südlich des Schwarzen und Kaspischen Meeres durch den Mittleren Osten oder nördlich davon, durch Zentralasien."

Die Nordroute durch Polen, Russland und Kasachstan sei gekrönt von Unmengen an Wodka und, wie im Mittleren Osten auch, extrem gastfreundlichen Menschen. Auf der Route werden sich die vier Bonner ihren Weg suchen. Zur Grundausrüstung gehören neben allerlei Gegenständen aus dem Campingzubehör auch eine gut gefüllte Schmiergeldkasse.

"Ehe man sich auf Diskussionen einlässt, ist das oft die einfachere Methode", sagt Kristijan Rasevic. Insgesamt verschlinge die abenteuerliche Reise rund 4000 Euro pro Person, hinzu kommt ein kleines Taschengeld. Den kleinsten Posten machen die beiden Autos aus. Dass es zwei baugleiche sind, hat praktische Gründe: Man braucht Ersatzteile nicht doppelt mitnehmen.

Sollte ein Wagen liegenbleiben, muss sich das Team selbst helfen. Beim Bonner Fahrzeugbaumeister Ulrich Kaschub haben sie ihre Golfs fit für die Rallye gemacht. Im Gepäck sind neben einem Rucksack für die persönlichen Sachen jede Menge Dosen Ravioli und Panzerkekse.

Die hat Jennifer Kirykowitsch, die bei der Bundeswehr arbeitet und in Rheinbach lebt, über Monate bei ihren Kameraden eingesammelt. Weil sie schon mehrmals in Krisenregionen war, weiß sie, welche Gefahren auf die Gruppe zukommen können. Deshalb meiden sie auch gefährliche Routen. "Wir sind nicht ängstlich, sondern haben Respekt."

Im Team hat jeder seine Aufgabe: Kirykowitsch kümmert sich ums Krisenmanagement, Altenpfleger Amadeus Göttlinger um die medizinische Versorgung, Nico Tümptner, der bei der Telekom arbeitet, um die Kommunikation und Kristijan Rasevic ist der Dolmetscher. Er beherrscht die slavischen Sprachen.

Weil es sich um eine Wohltätigkeitsrallye handelt, werden die Vier alles spenden, was sie mit auf die Reise nehmen. Mit dem Erlös unterstützen sie die deutsche Stiftung "Hänsel und Gretel", die Kinderschutzprojekte organisiert. In Tadschikistan fließt das Geld an den Verein "Habitat for Humanity", der Filteranlagen für Trinkwasser baut. "Deshalb suchen wir auch jetzt noch Spender", sagt Kirykowitsch.

Wer kurzfristig helfen möchte, kann sich unter der Rufnummer 0171/2040597 melden.

Infos zur Tajik-Rallye gibt es auf www.rheinland.adventure-manufactory.com.

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