Bonner Münster

Schaufenstergestalter des Kaufhofs stellen den Krippenweg

BONN.  Ein Wegweiser zeigte den beiden Gestalten, die davor standen, an: Sie waren auf dem Weg nach "Brothausen". Gestern sind sie dort eingetroffen - der Krippenweg im Bonner Münster hat sein Ziel erreicht. Was hat dieser Ortsname mit Weihnachten zu tun? Ganz einfach: Es ist der Weg nach Bethlehem, denn die Übersetzung dieses hebräischen Ortsnamens bedeutet "Haus des Brotes".
Ankunft in Brothausen: Am Krippenweg stehen die Schaufenstergestalter Rolf Linden (von links) und Christina Markmann, Kaufhof-Geschäftsführerin Angelika Finkernagel und Stadtdechant Wilfried Schumacher.
								Foto: Roland Kohls
Ankunft in Brothausen: Am Krippenweg stehen die Schaufenstergestalter Rolf Linden (von links) und Christina Markmann, Kaufhof-Geschäftsführerin Angelika Finkernagel und Stadtdechant Wilfried Schumacher. Foto: Roland Kohls

Den Krippenweg im Münster gibt es seit 2000. Zum nennten Mal zeichnen dafür abwechselnd Schaufenstergestalter der großen Geschäfte am Münsterplatz verantwortlich. Neben Karstadt und Sinn&Leffer ist das die Galeria Kaufhof, deren Gestalter für visuelles Marketing in diesem Jahr zuständig sind. "Das Konzept schickt uns Monsignore Schumacher zu", sagte gestern Rolf Linden, der zusammen mit Kollegin Christina Markmann im Dezember die Figuren stellt und die Kulissen aufbaut. In vier wöchentlich wechselnden Bildern nehmen sie die Münster-Besucher mit auf eine geistliche Reise durch den Advent.

Im ersten Bild sah man eine einzelne Person, die dem Wegweiser nach Brothausen folgte, im zweiten räumte er Steine weg, die vor ihm lagen. Der hölzerne Teller neben ihm war zunächst leer, dann mit einem Spiegel versehen. Wer hat diese "Lebenssteine" dort hingelegt?

Die Antwort fand der Betrachter beim Blick in den Spiegel. Im dritten Bild traf die Person eine andere, mit der sie den Weg gemeinsam fortsetzte, und auf dem Teller lagen rote Rosen als Zeichen von Vertrautheit und Verbundenheit. Das aktuelle, letzte Bild ersetzt den Wegweiser für die beiden durch ein Ortsschild, die Reisenden teilen sich Brot. Denn, so die Botschaft: Brothausen erreichen wir nur, wenn wir teilen.

Die Gestalter haben dafür Puppen und deren Bekleidung von der Kirchenkrippe zur Verfügung, die sie immer wieder verändern. "Für unsere Mitarbeiter ist das eine gute Abwechslung", sagte Kaufhof-Geschäftsführerin Angelika Finkernagel. Sie könnten ihrer Kreativität im Münster ein bisschen mehr freien Lauf lassen als im Schaufenster. "Ich bin immer wieder erstaunt, wie die Leute meine Vorgaben in die Praxis umsetzen", sagte Stadtdechant Wilfried Schumacher.

Die Zusammenarbeit mit den Schaufenstergestaltern sei ein "Zeichen für das gute Miteinander" zwischen Kirche und Geschäften am Münsterplatz. Für die Adventssonntagsgottesdienste, die die Bilder auch thematisieren, werden immer rund 800 Flyer mit Impulsen zu den Bildern gedruckt. "Die gehen immer fast alle weg", so Schumacher. Das zeige das große Interesse am Krippenweg.

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