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Bar Ludwig in Bonn
Nur Cover-Bands dürfen nicht spielen
Von Ariane Fries
BONN. "Die Bar Ludwig ist kein Selbstläufer", ist sich Ragnar Fleischmann sicher. "Ein Gastronom kann sich nicht irgendwann zurück lehnen und nichts mehr machen. Man muss was für seinen Laden tun. Ich habe von Anfang an auf Vielfalt gesetzt."
Puren, leidenschaftlichen Rock'n Roll spielt das Trio buzzjump zur Neu-Eröffnung der Bar Ludwig. Foto: Jo Hempel
Der Inhaber der Altstadt-Kneipe Nyx hat Ende November die Bar Ludwig mit Darius Roncoszek, Lars Wolffgramm, Jörg Kreutzer und Holger Pauly in der Maxstraße 18 neu eröffnet, nachdem sie rund zwei Jahre nach einer neuen Location für die Kultbar gesucht hatten.
"Was für seinen Laden tun" gehört zum Konzept. Roncoszek und Wolffgramm kümmern sich um regelmäßige Veranstaltungen wie etwa unterschiedliche Party-Reihen. Kreutzer ist für die Live-Veranstaltungen, etwa Konzerte von regionalen Künstlern, zuständig, und Pauly kümmert sich als Geschäftsführer ums Gastronomische.
Rocker kommen genauso auf ihre Kosten wie Fans von Breakbeats, HipHop und Indie. Dazu regelmäßig Live-Musik von regionalen Bands. Kreutzer hat bei der Auswahl "seiner" Bands nur ein Kriterium: Wer in der Bar Ludwig spielen möchte, der darf keine Cover-Band sein. Insgesamt ein Konzept, das die Fünf seit mehreren Jahren gemeinsam getestet haben und das bei den Nachtschwärmern ankommt.
Im früheren Hotel Beethoven, wo heute die Kranbauten stehen, hatte sich die Bar Ludwig ebenfalls mit diesem Konzept innerhalb kürzester Zeit zu einer Institution im Bonner Nachtleben gemausert. Als das Gebäude endgültig abgerissen wurde, gab es allerdings noch keine Räume, um die Bar Ludwig an neuer Stelle weiterzuführen. "Wir hatten zwei Locations in der engeren Auswahl", erklärt Roncoszek.
"Aber letztendlich hat es damit dann doch nicht geklappt." Die ersten Wochen an der Maxstraße hätten aber gezeigt, dass nicht nur das alte Publikum seinen Weg dorthin findet, sondern auch viele neue Gesichter dazu gekommen sind. "Wir haben uns schon damals gefragt, woher die ganzen Leute auf einmal kommen", erinnert sich Wolffgramm. "Die müssen früher alle nach Köln gefahren sein." Schließlich galt Bonn bis zur Bar Ludwig in der Partyszene als recht konservativ und eintönig.Den Erfolg der Bar Ludwig schreiben Fleischmann, Roncoszek, Wolffgramm und Kreutzer vor allem dem besonderen Charme und eben der Vielfalt zu. "Unsere Veranstaltungen könnten so auch in jedem Wohnzimmer und jeder Küche stattfinden", sagt Kreutzer. Besonderen Wert legen die Organisatoren auch auf die Möglichkeit, nicht nur zu feiern, sondern sich auch zu unterhalten, ohne dass sich die Besucher anschreien müssen. "Es gibt Ruhezonen rund um die Tanzfläche und auf der Tanzfläche eben Musik in Clublautstärke", erklärt Roncoszek die Klangidee.
Wenn die Welt nicht am morgigen Freitag, wie es der Maya-Kalender vorausgesehen haben will, untergeht, so plant das Bar-Ludwig-Team noch einige neue Veranstaltungen, wie etwa Livecooking und Kleinkunst-Events.
Artikel vom 20.12.2012
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