Friedensplatz in Bonn

In der Knöllchenfalle

BONN.  Wer mit dem Auto über den Friedensplatz fährt, riskiert ein Knöllchen. Regelmäßig wird dort in der Fußgängerzone kontrolliert. Dabei kann der Friedensplatz leicht zur Falle für Autofahrer werden, die eigentlich in die Münsterplatz- oder Kaufhof-Garage wollten.
Achtung, Fußgängerzone: Autos dürfen nur bis zur Einfahrt in die Münsterplatzgarage fahren.
								Foto: Barbara Frommann
Achtung, Fußgängerzone: Autos dürfen nur bis zur Einfahrt in die Münsterplatzgarage fahren. Foto: Barbara Frommann

Wenn die Tiefgaragen geschlossen oder überfüllt sind, bleibt ihnen nämlich nichts anderes übrig, als über den Friedensplatz zu fahren. Doch dort sind nur Busse, Taxis und Lieferverkehr werktags zwischen 6 und 12 Uhr erlaubt. Einzige, aber ebenfalls nicht legale Alternative: Die Autofahrer fahren rückwärts durch die Budapester Straße, die eine Einbahnstraße ist.

Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, hatte Michael Fengler kürzlich einen Bürgerantrag gestellt und gefordert, die Straße am Friedensplatz nicht länger zum Fußgängerbereich zu machen. Autofahrer dürften außerdem nicht gezwungen werden, ein Ticket für die Tiefgarage zu kaufen, wenn sie sich in die Straße verirrt haben.

Die Verwaltung sieht kein Problem. In die Straße dürften eben nur Fahrzeuge einfahren, die die Tiefgarage nutzen wollen. "Im Rahmen des Neubaus der Sparkasse war es baustellenbedingt nicht möglich, die früher baulich abgetrennte Zufahrtsspur zur Tiefgarage als separate Fahrspur zu erhalten", so die Verwaltung. Dadurch kann es schon mal zu Verwirrung kommen. "Uns überzeugt die Stellungnahme der Verwaltung nicht in allen Punkten", sagte der SPD-Bezirksverordnete Herbert Spoelgen.

Die Budapester Straße ist nämlich ein besonderer Engpass. Er habe selbst schon erlebt, dass Autofahrer aus der Warteschlange vor den Tiefgaragen rausfahren mussten um einen Bus vorbei zu lassen, so Spoelgen. "Denen kann man doch nicht ein paar Meter weiter ein Knöllchen verpassen." Auch Elmar Conrads-Hassel (FDP) sagte: "Wir dürfen hier keine Knöllchenfalle machen."

Die Verwaltung sieht lediglich Probleme bei Stau vor der Tiefgarage. Wenn sich der Verkehr Richtung Thomas-Mann-Straße staue, kämen auch die Straßenbahnen nicht mehr durch. Die Polizei könne im Einzelfall entscheiden, Autofahrer nicht zu verwarnen.

Zur rechtlichen Klarstellung der Verkehrssituation in der Budapester Straße will die Verwaltung in Kürze noch ein Zusatzschild für den Weg zur Tiefgarage anbringen. Autofahrer sollten auf jeden Fall auch auf die Tafeln des Parkleitsystems schauen, ob noch Plätze frei sind, und rechtzeitig auf andere Parkhäuser ausweichen. Ein Parkdeck der Münsterplatzgarage wird zurzeit saniert.

Wer sich trotzdem in die Budapester Straße verirrt, könnte übrigens ein Ticket für die Münsterplatzgarage ziehen und direkt kostenlos an der Ausfahrt am Mühlheimer Platz wieder rausfahren. So riskiert man kein Knöllchen.

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