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Polizei warnt vor "Enkeltrick"
Betrüger erbeuten 20.000 Euro
Von Ayla Jacob
BONN. Der Schaden geht häufig in die Tausende, wenn Betrüger mit dem sogenannten Enkeltrick die Hilfsbereitschaft meist älterer Menschen ausnutzen. In Bonn richten Täter zurzeit ihr Hauptaugenmerk auf Menschen aus dem russischsprachigen Raum.
Neun solcher Fälle hat es laut Polizei seit Anfang des Jahres in Bonn gegeben, sechs davon in den vergangenen zwei Monaten. In fünf Fällen bezahlten die Opfer, der Gesamtschaden liegt bei 20.000 Euro.
Das Vorgehen der Betrüger ist immer gleich: Die Täter geben sich am Telefon als naher Verwandter aus. Sie täuschen eine Notlage vor, häufig einen schweren Unfall, und bitten die vermeintlichen Verwandten um Geld, zum Beispiel um die Behandlung im Krankenhaus zu bezahlen. Die Summe soll dann an einen Mittelsmann übergeben werden.
Am 21. August zum Beispiel rief ein Betrüger einen 55-jährigen Auerberger an und gab sich als sein Sohn aus, der einen Unfall gehabt habe. Im Anschluss meldete sich ein Anwalt, der angab, der Sohn habe bei einem Treppensturz ein Mädchen lebensgefährlich verletzt und brauche das Geld, um nicht verhaftet zu werden. Der 55-Jährige durchschaute die Masche und legte auf. Am Brüser Berg ereignete sich ein ähnlicher Fall.
Die Bonner Polizei nimmt diese Fälle zum Anlass, um ihre Präventionsarbeit zu verstärken. So werden in den nächsten Tagen in Tannenbusch Flugblätter verteilt, auf denen die Masche beschrieben wird. Außerdem gibt die Polizei Tipps, wie man sich vor den Tätern schützen kann. Die Beamten weisen darauf hin, dass nicht nur russischsprachige Bürger Opfer des Enkeltricks werden können, auch deutschsprachige Betrüger sind nach wie vor unterwegs. Die Tipps der Polizei:
Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Beauftragte oder Bekannte Ihrer Verwandten ausgeben. Erfragen Sie weitere Einzelheiten zum angeblichen Geschehen. Geben Sie keine Details zu familiären und finanziellen Verhältnissen preis. Halten Sie nach einem Anruf bei Angehörigen Rücksprache.
- Rufen Sie Ihren Verwandten unter der Ihnen bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.
- Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.
- Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt: Notrufnummer 110.
- Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
Artikel vom 06.09.2012
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