Rosenmontagszug in Bonn

Sonnenschein im Herzen

BONN.  Mehr als 225.000 Narren haben am Montag beim Rosenmontagszug in der Innenstadt ausgelassen gefeiert. Vier Stunden nach dem Start stieg ein erleichterter Zugleiter in der Dorotheenstraße von seinem Entenwagen. "Es ist alles gut gelaufen", sagte Axel Wolf.

Die Zugkommentatoren mussten aber auch das eine oder andere Loch begrüßen. Für eins war der Zugleiter selbst verantwortlich. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Thorsten Bachmann kletterte er in Höhe der Marienschule vom Wagen, um ein paar Zuschauer dingfest zu machen, die statt Kamelle zu fangen die Zugteilnehmer beworfen hatten. Sie wurden kurzerhand an die Polizei übergeben, und weiter ging die Fahrt.

Die Frage nach dem schönsten Kostüm war leicht zu beantworten. Die Stelzenläufer aus Bremen waren als knallrote Löwen kurz vor dem Prinzenwagen eine Augenweide. Insgesamt waren mehr als 4000 Zugteilnehmer zu Fuß oder auf Wagen dabei. "Alle sind gut gelaunt, wir sind gut gelaunt", sagten Prinz Dirk I. und Bonna Andrea I., die den Tag voller Spannung erwartet hatten. Deren Ausgabe in Klein, das Bonner Kinderprinzenpaar Julius I. und Marie I. , fuhr erstmals auf einem neuen Wagen mit, den das Corps Honorée gestiftet hatte.

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Ein absoluter Hingucker war auch das hölzerne Pferd des Großen Rats der Ehrengarde. Deren Soldaten ritten allerdings nicht gen Troja, sondern auf 3,8 Kilometern Länge durch City und Altstadt. Die Jecken am Straßenrand, voll Sonnenschein im Herzen, kamen fantasievoll verkleidet.

So zum Beispiel der Angler, der einen Plüschfisch am Haken hatte und ihn mit einem Kescher auffing, ein riesiger Kronleuchter oder eine Gruppe von üppigen Blumensträußen. Die leeren Kamelle-Beutel füllten sich schnell mit Bonbons, Chips, Flips und Mäusespeck. Die Bönnschen Chinesen verteilten Essstäbchen, andere Narren sogar BHs.

Ohnehin war an diesem Tag alles anders: Das Bonner Studentenwerk hatte einen Lieferwagen komplett mit Stoff im Hippie-Look verkleidet. Hits wie "Da sprach der alte Häuptling der Indianer" klangen mit den Schalmeien aus Isny (Allgäu) ganz ungewohnt. In der dicken Trumm reiste ein Mammut mit, genauso wie seine Maxiausgabe auf dem imposanten Ice-Age-Wagen der KG Teddybären. In all dem Trubel erreichte die Nachricht vom Rücktritt des Papstes die Karnevalisten nur zögerlich - wurde dann aber am Straßenrand heiß diskutiert und per SMS weiterverbreitet.

Der Stadtordnungsdienst war vor allem in der Altstadt präsent. Dort war eine Menge Alkohol im Spiel, einige Jugendliche wurden mit dem Rettungswagen abtransportiert. Es fehlte an Toiletten, und es gingen jede Menge Flaschen zu Bruch. Ein junger Mann warf mit einem Fußball Scheiben ein. Die Bonner Polizei zog am späten Nachmittag trotzdem eine positive Bilanz. "Nur ganz vereinzelt mussten wir bei kleineren Ausein-andersetzungen einschreiten", so Einsatzleiter Johannes Keßel.

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