Ernstfall in der Region trainiert

Polizei-Übung beunruhigte Bürger

Bonn/Region.  Die Bundespolizei hat am Mittwoch vier Übungseinsätze in der Region Bonn/Rhein-Sieg durchgeführt. Mehr als 300 Einsatzkräfte waren in Bonn, Königswinter, Heimerzheim und an der Autobahn 555 unterwegs und mussten "sehr realitätsnahe Konfliktsituation" lösen.
Realistisches Übungsszenario: Am südöstlichen Ortseingang von Königswinter-Rauschendorf umzingeln Beamte der Bundespolizei 'Demonstranten'. Die Fläche wird geräumt, die Vermummten werden festgenommen.
							Foto: Holger Willcke
Realistisches Übungsszenario: Am südöstlichen Ortseingang von Königswinter-Rauschendorf umzingeln Beamte der Bundespolizei 'Demonstranten'. Die Fläche wird geräumt, die Vermummten werden festgenommen. Foto: Holger Willcke

Bei dem Testlauf, bei dem vor allem Kommunikations- und Führungsstrukturen überprüft wurden, hat es sich unter anderem um nachgestellte Hausbesetzungen, Demonstrationen und Zusammenrottung von Menschenmassen - ähnlich wie bei Fußballspielen - gehandelt.

Die Bundespolizei hatte am Dienstag über die Medien die Bewohner der Region über den Großeinsatz informiert, aber aus einsatztaktischen Gründen die genauen Orte nicht bekanntgegeben. Dazu sagte am Mittwoch Jens Flören, Pressesprecher der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin: "Wir haben die genauen Einsatzorten aus zwei Gründen nicht genannt. Zum einen wollten wir keine Schaulustigen vor Ort antreffen, und zum anderen wollten wir unsere eigenen Kräfte über den Einsatzort im Unklaren lassen, damit sie sich nicht auf die Lokalität vorbereiten konnten."

Großübung der Polizei in Königswinter
Der erste Schauplatz war gestern Morgen in der Königswinterer Bergregion. Gegen 8 Uhr fuhren fast 50 Einsatzfahrzeuge durch die Orte Uthweiler, Freckwinkel, Bockeroth nach Rauschendorf. Parallel zur ICE-Strecke Köln-Frankfurt versammelten sich die Einsatzkräfte am Ortsrand von Rauschendorf. Da der Einsatzort auf einem Hügel lag und vier Hubschrauber über das Pleiser Hügelland kreisten, war von weitem sichtbar, dass dort wahrscheinlich etwas Schlimmeres passiert sein musste. Auch in den Orten standen Bürger ratlos am Straßenrand, weil sie von der Großübung nichts wussten.

Unter Leitung von Polizeioberrat Carsten Westerkamp, stellvertretender Leiter der Bundespolizei-Abteilung Sankt Augustin, wurde am Ortsrand von Rauschendorf die Sicherung und Räumung einer Demonstration trainiert. Beamte der Landespolizei Wuppertal waren als Demonstranten verkleidet und hatten eine Straßenkreuzung besetzt. Die vermummte Gruppe wurde von der Bundespolizei mit Hubschraubern, Wasserwerfern und Einsatzhundertschaften umzingelt.

Nach erfolgreichem Einsatz wurden die Demonstranten letztlich abgeführt. Mittags war die Bundespolizei in Bonn nahe der Reuterbrücke auf einem Gelände eines Autohauses im Einsatz. Aufgeschreckte Bewohner der Nachbarhäuser riefen beim GA an und fragten, was denn dort los sei. Die Einsätze am Ortsrand von Swisttal-Heimerzheim und an der ehemaligen Raststätte "Eichkamp" an der A 555 sind wegen ihrer abgelegenen Lage nicht so vielen Passanten aufgefallen.

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