Berlin-Umzug

DGB-Chef Ingo Degenhardt kritisiert Steinbrück

Bonn.  Wenn ein Gewerkschaftschef auf einen SPD-Kanzlerkandidaten eindrischt und einen CDU-Bundespolitiker lobt, dann kann er sich höchster Aufmerksamkeit unter seinen Zuhörern gewiss sein. Der DGB-Kreisverbandsvorsitzende Ingo Degenhardt hielt am Freitag beim Neujahrsempfang im DGB-Haus mit Kritik an Peer Steinbrück nicht hinterm Berg.
Ingo Degenhardt, Vorsitzender DGB-Kreisverband.
								Foto: ga
Ingo Degenhardt, Vorsitzender DGB-Kreisverband. Foto: ga

Steinbrücks Äußerungen zu einem Komplett-Umzug der Regierung nach Berlin hatte den Gewerkschafter wie viele andere in Bonn und der Region auf die Palme gebracht. "Manchmal ist es besser, zwischen dem Denken und dem Sagen etwas Zeit vergehen zu lassen", empfahl er Steinbrück in dessen Abwesenheit.

Norbert Röttgen dagegen war da und wurde so nett begrüßt, wie vermutlich schon lange nicht mehr in der Bundesstadt, in der der Ex-Umweltminister im vergangenen Jahr bei der Landtagswahl sein persönliches Waterloo erlebte. "Schön, dass Sie heute bei uns sind. Ein Bekenntnis für diese Stadt und die Region", sagte Degenhardt. Ein Komplettumzug würde negative Folgen für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt für die ganze Region haben, warnte er.

Auf die Schippe nahm er die geplanten Brückensanierungen in Bonn. Dem drohenden Verkehrschaos könne OB Jürgen Nimptsch entgehen, wenn er während der Bauphase die Regentschaft über den linksrheinischen Kreis übernähme und Landrat Frithjof Kühn Beuel überließe. Woraufhin der OB als überzeugter Wahlbeueler mit einem kräftigen und unhörbaren Nein reagierte.

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