Wächter über Vielfalt der Nutzpflanzen

Crop Diversity Trust zieht nach Bonn

Bonn.  Das spektakulärste Projekt des Global Crop Diversity Trust (GCDT) ist ein Bunker auf Spitzbergen, der 120 Meter tief in eine alte Kohlegrube gebaut wurde. Dort lagert der Welttreuhandfonds für Kulturpflanzenvielfalt im Permafrost: 4,5 Millionen Samenproben der wichtigsten Nutzpflanzenarten. Der GCDT zieht im Januar von Rom nach Bonn. Das bestätigte am Mittwoch ein Sprecher der Bonner UN-Organisationen.

Eigentlich sollte die 2004 als internationale unabhängige Institution gegründete Einrichtung bereits im August nach Bonn gezogen sein. "Das hat sich aber ein wenig verzögert", so der Sprecher. Der GCDT hat die Aufgabe, die dauerhafte Erhaltung und Verfügbarkeit pflanzengenetischer Ressourcen sicherzustellen, um eine nachhaltige Landwirtschaft und die Sicherheit der Nahrungsmittelversorgung zu gewährleisten. Sie wird mit 25 Mitarbeitern nach Bonn kommen, derzeit sind weitere zehn Stellen ausgeschrieben.

Dennoch: Nach der Entscheidung für Südkorea als Sitz des Green Climate Funds wollte die Grünen-Bundestagsfraktion von der Bundesregierung wissen, was sie tut, um Bonn als Sitz für UN- und internationaler Nichtregierungsorganisationen (NGO) zu stärken. Ein Vorschlag des grünen Abgeordneten Volker Beck: Internationale Nichtregierungsorganisationen über den Status der Gemeinnützigkeit rechtlich herauszuheben, also ihnen Vorteile im Bereich der Steuern und Sozialabgaben zu gewähren. "In anderen UN-Städten wie Genf oder Wien genießen solche Organisationen einen rechtlichen Sonderstatus. Das lässt diese Orte im Vergleich zu Bonn attraktiver erscheinen. Es ist also nun an der Zeit, dass die Bundesregierung endlich etwas unternimmt", sagte Beck.

Steuerliche Vorteile für Internationale NGOs würde den verfassungsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz widersprechen, so der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Georg Link. Im Übrigen setze die Bundesregierung ihre Anstrengungen zur Stärkung Bonns als internationalen Standort "unvermindert fort".

Das reicht Beck nicht: "Dass der UN-Klimafonds nicht nach Bonn gekommen ist, war eine bittere Pille. Jetzt sollte die Bundesregierung eigentlich alles in ihrer Macht stehende tun, um andere internationale Organisationen herzulocken. Falls Schwarz-Gelb auf eine schleichende Abwanderung vom Rheinland nach Berlin hofft, werden wir ihnen das nicht durchgehen lassen."

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