Polizei in Bonn und der Region: Wie lange die Polizei zum Ort des Geschehens braucht | GA-Bonn

Polizei in Bonn und der Region

Wie lange die Polizei zum Ort des Geschehens braucht

BONN.  Wer Opfer einer Straftat wird, in einen Unfall verwickelt ist oder sich von feiernden Nachbarn gestört fühlt, wählt die 110. Und muss in Bonn, Bad Honnef, Königswinter, Meckenheim, Rheinbach, Swisttal und Wachtberg nach seinem Telefonat im Schnitt rund 15 Minuten warten, bis ein Streifenwagen am Ort des Geschehens eintrifft.

Einsätze bei Verkehrsunfällen oder wenn Gefahr im Verzug ist haben bei der Polizei generell Priorität. Foto: Axel Vogel

So lang ist die so genannte Einsatzreaktionszeit der Bonner Polizei. Zum Vergleich: Der Landesdurchschnitt liegt bei 14 Minuten und 57 Sekunden.

Die Diskussion, welche Polizeibehörde schneller sei als die andere, sei nicht zielführend, sagt Udo Schott, Bonner Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Eher wäre es "wünschenswert, wenn es landesweit normierte Standards gäbe". Dies sei zum Beispiel bei der Feuerwehr der Fall: Spätestens acht Minuten nach der Alarmierung müsse diese am Einsatzort sein. "Wenn man solche Standards hat, kann man daraus Erwartungen formulieren."

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Man könnte etwa ableiten, welche Wache zu welcher Tageszeit wie besetzt sein müsste. So könnte die Situation im Wachdienst verbessert werden, die laut GdP wegen des hohen Altersdurchschnitts und Krankenstands sowie der dünnen Personaldecke alarmierend ist. "Spannend wäre auch, wenn man mit den Bürgern darüber diskutieren würde und sie ihre Erwartungshaltung formulieren könnten." Dies wünschen sich wohl auch die Bürger. Unter anderem bei den Sicherheitskonferenzen wurde deutlich, dass sie nach einem Notruf ihrer Meinung nach zu lang auf die Einsatzkräfte warten müssen.

Für die Polizei sei es nicht möglich, solche Standards zu definieren, sagt Wolfgang Beus vom NRW-Innenministerium dem GA. "Die Feuerwehr kommt immer vom gleichen Standort aus und fährt stets mit Blaulicht, das gilt für die Polizei nicht." Hinzu komme, dass die Infrastrukturen der Behörden unterschiedlich seien. "Einige müssen große Strecken zurücklegen, andere durch dichten Verkehr. Das gilt zum Beispiel für Großstädte." Ein Standard allerdings gelte: Man müsse "so schnell wie möglich" am Einsatzort sein.

Wie schnell die Polizei da ist, hängt auch vom Einsatz selber ab, sagt Polizei-Sprecher Harry Kolbe. "Es werden Prioritäten gesetzt. Wenn wir zum Beispiel eine Ruhestörung und einen schweren Verkehrsunfall haben, wird die Ruhestörung hinten angestellt." Soll heißen, dass sich die Wartezeiten in die Länge ziehen.

Fällt das Schlüsselwort "Täter am Ort", womit unter anderem Einbrecher gemeint sind, sind die Bonner Beamten nach 6:44 Minuten zur Stelle (Landesdurchschnitt 5:45 Minuten), bei einem Verkehrsunfall mit Personenschaden sind es 9:41 Minuten (Land 9:29 Minuten). Bei einer Ruhestörung kann es je nach Einsatzaufkommen deutlich länger dauern.

Positiv ist laut Kolbe, dass "wir neue, junge Kollegen bekommen haben". Dies sei eine Verbesserung. Schließlich gehe es darum, nach einem Notruf "schnell zu reagieren, schnell vor Ort zu sein und schnell professionelle Maßnahmen einzuleiten".

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