Adelheidis-Grundschule in Bonn: Neue Stellflächen sorgen bei Lehrern und Schülern für Ärger | GA-Bonn

Adelheidis-Grundschule in Bonn

Neue Stellflächen sorgen bei Lehrern und Schülern für Ärger

BONN.  "Ich werde nun den Schülern für die Pause unseren Bolzplatz freigeben", sagt Beate Faaß-Bruns, Schulleiterin der Vilicher Adelheidis-Grundschule. Damit reagiert sie auf die neue Situation am Schulgelände, die zu Irritationen und Unsicherheiten führt.

Auf diesem Verbindungsweg an der Grundschule dürfen Kinder nicht mehr spielen. Foto: Max Malsch

Bislang haben die Grundschüler den Verbindungsweg entlang der Friedhofsmauer zwischen Schulgelände und altem Schulgebäude alleine und ungefährdet nutzen können. Im alten Schulgebäude befinden sich eine Schulklasse, die Bibliothek, der Computerraum sowie die Räume der Übermittagsbetreuung. "Natürlich haben die Kinder diesen Weg auch als Spielfläche genutzt, da der Weg ja nur zur Schule führte", so Faaß-Bruns.

Das hat sich geändert. Durch den Verkauf der benachbarten und ehemaligen Gaststätte an der Adelheidisstraße und der Bebauung des freien Geländes dahinter werden nun drei Stellflächen errichtet, die ihre Zufahrt just über den Verbindungsweg erhalten, der beide Schulgebäude verbindet.

Was augenscheinlich absurd wirkt, ist laut Pressestelle der Stadt Bonn jedoch alles rechtens. "Dieser Weg war schon immer öffentlich. Und die Besitzer der Grundstücke haben das Recht, dort ihre Stellflächen zu errichten und an diesen Weg anzubinden", sagt Stefanie Zießnitz vom Presseamt. In der Tat sei die "Abgrenzung kurios", aber von der Stadt nicht zu verhindern gewesen.

Die Schulleitung zog deshalb bereits erste Konsequenzen: "Weil nun hier mit Anliegerverkehr zu rechnen ist, muss ich den Weg wie eine normale Straße behandeln. Das heißt, die Schüler dürfen nicht mehr dort spielen, wie sie es in der Vergangenheit getan haben." Diese Entscheidung führte zu Frust und Enttäuschungen, vor allem bei den Jungen, die diesen Streifen seit Jahren zu Fußballspielen genutzt haben. Um die Situation zu entschärfen, dürfen deshalb die Kicker zukünftig in der Pause zum Bolzplatz an der Käsbergstraße. "Für uns bedeutet das, dass wir unsere Aufsicht verstärken müssen. Es werden mehr Lehrkräfte benötigt, zum einem, um die Kinder am Verbindungsweg zu schützen, und dann auch für den Bolzplatz", sagt die Schulleitung.

Über die geänderte Situation ist Faaß-Bruns auch aus einem anderen Grund nicht glücklich. "Bevor das Grundstück verkauft wurde, wurde es der Schule angeboten. Wenn die Stadt es für die Schule gekauft hätte, wäre das natürlich fantastisch gewesen. Wir hätten unsere Raumprobleme sehr gut lösen und uns sogar noch einen Schulgarten anlegen können. Dafür war aber leider kein Geld vorhanden."

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