"Stadtgespräch" in Vilich-Müldorf

Achtung, Einbrecher unterwegs

Vilich-Müldorf.  Das Thema Hauseinbrüche bewegt die Bürger von Vilich-Müldorf. Am Donnerstagabend forderten sie Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (SPD) auf, sich bei der Polizei und beim städtischen Ordnungsdienst für verstärkte Patrouillen im Ort einzusetzen. Der OB war anlässlich seiner Tour "Stadtgespräch" Gast im Pfarrheim Sankt Maria Königin.
Das Neubaugebiet am Müldorfer Anger: 'In Vilich-Müldorf wird immer weiter gebaut, aber wir haben keinen vernünftigen Lebensmittelmarkt', beklagte eine Anwohnerin.
								Foto: Max Malsch
Das Neubaugebiet am Müldorfer Anger: 'In Vilich-Müldorf wird immer weiter gebaut, aber wir haben keinen vernünftigen Lebensmittelmarkt', beklagte eine Anwohnerin. Foto: Max Malsch

"Es ist erschreckend, wie viele Einbrüche es in diesem und im vergangenen Jahr bei uns im Dorf gegeben hat", sagte ein besorgter Mann. Nimptsch erklärte, dass diese Situation den Sicherheitskräften sehr wohl bekannt sei: "Polizei und Stadtverwaltung haben ihre Aufklärungskampagnen zum Thema Einbrüche intensiviert. Alle Strategien können aber nur dann erfolgreich sein, wenn die Bürger den Einbruchsschutz in den Wohnhäusern erhöhen.

Auch bei mir zu Hause haben wir die Haustür speziell absichern lassen", sagte der OB. Ein anderer Besucher der Diskussionsrunde rief dazu auf, sich in der unmittelbaren Nachbarschaft zusammenzuschließen und gegenseitig mehr auf die Häuser in der direkten Umgebung aufzupassen. Andrea Hatzfeld, Vorsitzende des Bürgervereins Vilich-Müldorf, hat festgestellt, dass die Polizei gerade in der Winterzeit in Vilich-Müldorf vermehrt Streife fährt.

Intensiv wurde auch über die Sparbemühungen der Stadt und die drohenden Bäderschließungen diskutiert. Der OB outete sich bei diesem Streitthema: "Von mir aus übernehme ich gerne die Rolle des bösen OB, aber ich bleibe dabei: Die beste Lösung ist die sofortige Schließung von zwei Freibädern und die Schließung des Hardtbergbads in den nächsten Jahren. Dafür modernisieren wir das Kurfürstenbad und das Frankenbad.

In Beuel bleibt alles beim Alten. Ennertbad und die Beueler Bütt bleiben erhalten." Im gleichen Atemzug kritisierte er die Politik, die beschlossen habe, die Frage, welches Bad geschlossen werden soll, durch eine Bürgerbefragung entscheiden zu lassen. "Ich bin ein großer Freund von Bürgerbefragungen, aber bei dem Thema macht es keinen Sinn, weil die Stadtbezirke gegeneinander ausgespielt werden", so der OB. Außerdem stünde dann die Entscheidung schon vorher fest: "Hardtberg ist der kleinste Stadtbezirk. Also wird das Hardtbergbad aller Voraussicht nach auch die wenigsten Stimmen erhalten. Da besteht keine Waffengleichheit."

Ein anderer Bürger bat den OB darauf zu achten, dass Vilich-Müldorf nicht komplett zugebaut wird: "Gerade bei einem Dorf, das am Stadtrand liegt, macht es Sinn, die Bebauung locker auslaufen zu lassen und Grünzüge anzulegen. In den vergangenen Jahren ist hier sehr viel gebaut worden, vor allem große Mietshäuser, aber kaum Einfamilienhäuser." Nimptsch gab zu verstehen, dass diese Diskussionen in vielen Bonner Ortsteilen geführt werden: "Die Diskussion Bäume contra Beton ist anstrengend für die Stadt, weil wir dringend neuen Wohnraum benötigen. Bonn ist in vielen Aufgabenfeldern eine aufstrebende Stadt und darauf müssen wir auch mit Wohnungsbau reagieren."

 Die Stadt achte dabei sehr darauf, dass der Zuzug möglichst gleichmäßig auf das gesamte Stadtgebiet verteilt werde. Eine Frau beklagte in diesem Zusammenhang, dass es in Vilich-Müldorf keinen großen Vollsortimenter für Lebensmittel gibt: "Hier wird immer weiter gebaut, aber wir haben keinen vernünftigen Lebensmittelmarkt." Gisela Gebauer-Nehring, bis vor kurzem Mitglied der Bezirksvertretung Beuel, sagte dazu: "Wir haben uns als Politiker sehr um dieses Thema bemüht, aber es gab keine Fläche im Ort, die so groß war, wie es sich die bekannten Firmen vorstellen."

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