Lesung im Polizeipräsidium

Elke Pistor stellte ihren Krimi "Eifler Zorn" vor

RAMERSDORF.  Krimiautoren haben es nicht immer leicht. Schriftstellerin Elke Pistor begann die Vorstellung ihres neuen Buches "Eifler Zorn" auf dem 5. Krimiabend im Polizeipräsidium am Mittwoch damit, den Gästen ein Blitzerfoto von sich zu zeigen. "Das Bild zeigt den Moment, als mir die Idee zum Buch kam. Ich war so gefangen, dass ich in die Radarfalle fuhr", berichtete die Autorin und erntete zu Beginn des 5. Krimiabends im Bonner Polizeipräsidium einige Lacher.
Sorgt für einen schaurig-schönen Krimiabend: die Kölner Autorin Elke Pistor.
								Foto: Max Malsch
Sorgt für einen schaurig-schönen Krimiabend: die Kölner Autorin Elke Pistor. Foto: Max Malsch

200 Besucher waren gekommen, um die Premierenlesung von Elke Pistors neuen Krimis um die Eifler Kommissarin Ina Weinz mitzuerleben. "Bereits einen Tag nach Beginn des Vorverkaufs waren alle Karten weg", verkündete Jörg Pfefferkorn vom Kultur- und Krimiverein (KuK) der Bonner Polizei stolz. Kein Wunder, kann man sich doch kaum einen geeigneteren Platz als das Polizeipräsidium für eine Krimilesung vorstellen, noch dazu weil eine Szene des Romans an diesem Ort spielt, wie die Autorin verriet.

Rote Scheinwerfer tauchten den Saal in ein schummrig-halbseidenes Licht. Fahndungsfotos und typische Ermittlungsstellwände bildeten die Kulisse, vor der die Autorin auf der Bühne Platz nahm. Dazu stimmte das Jazz-Ensemble des Landespolizeiorchesters die Besucher mit Musik aus Agentenfilmen und Krimiserien ein. Die fünfköpfige Band, die schon zum festen Bestandteil der Lesungen im Polizeipräsidium geworden ist, spielte unter anderem Melodien aus James Bond oder Mit Schirm, Charme und Melone.

Und sollte das Ambiente einigen der Zuhörer noch nicht gereicht haben, spätestens als Pistor erklärte, wie ihr die Idee zum neuen Mordfall für Ina Weinz kam, dürfte Gänsehaut garantiert gewesen sein. Denn die Geschichte beruht auf wahren historischen Begebenheiten. Ein Reichstagsprotokoll von 1910, so hat Pistor recherchiert, bezeuge die grausamen Verhältnisse in dem ehemaligen Kinderheim in Gemünd, von dem aus die Ereignisse in Pistors Krimi ihren Ausgang nehmen. Eben jenes alte Anwesen war es, an dem Pistor vorbeifuhr, als ihr der Gedanke kam: "Wie wäre es, wenn dort im Garten eine Leiche gefunden würde?" - und der Anfang des 3. Falls für die Eifler Komissarin Ina Weinz war gefunden.

Auch Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa ließ sich den schaurig-schönen Krimiabend nicht entgehen. Besonders die Detailtreue Elke Pistors erfreute sie. "Bei Krimis, die in der Eifel spielen, lassen Autoren oft irrtümlich die Kölner Kripo anrücken, dabei ist eigentlich Bonn dafür zuständig. Die Sympathien unserer Ermittler hat Frau Pistor daher auf jeden Fall schon gewonnen." Der Erlös des Krimiabends kommt karikativen Zwecken zugute.

Abo-Bestellung
News, Informationen und Service aus dem Stadtbezirk Beuel
Folgen Sie uns auf Google+