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Kardinal-Frings-Gymnasium
Streit schlichten in der roten Ecke
Von Stefan Knopp
LIMPERICH. Die Idee von Lehrerin Barbara Kreuser ist schon einige Jahre alt, konnte jetzt aber erst vollständig umgesetzt werden: Mit der "Schlichterecke" ist jetzt auch der letzte Punkt des Streitschlichter-Projektes am Kardinal-Frings-Gymnasium abgehakt.
Gestellte Szene: Die Mediatoren Franziska Ehring und Tobias Dettmar (beide rechts)schlichten einen Streit. Foto: Max Malsch
Damit gab es zunächst Probleme, wie Betreuungslehrerin Simone Bruns sagte: Die Schule hatte bereits alles für eine gemütliche Sitzecke vorbereitet, aber aus Brandschutzgründen konnte das nicht umgesetzt werden. Letztlich ergab sich ein Kontakt mit dem Karl-Reuther-Berufskolleg in Hennef, der die Lösung brachte.
Im Werkunterricht bauten Schüler eine Sitzgruppe aus Baustahl - der brennt nicht und darf deshalb im Flur beim Büro der Schulleitung stehen. Jeweils zwei Sitze sind im rechten Winkel durch eine Schreibfläche verbunden, eine richtige Sitzecke also. Alles wurde rot angestrichen, eine Vorgabe der Schule, sagte Werkstattlehrer Ulrich Pöhler - farblich passend zu den beiden Sitzen vorm Zimmer des stellvertretenden Schulleiters.
Dort soll also künftig die Streitschlichtung vonstatten gehen. Dafür hat die Schule bereits 14 Schüler der Jahrgangsstufen acht und neun ausgebildet, die als Mediatoren fungieren. "Die Schüler lernen hier, wie Konfliktkultur aussehen kann", erklärte Bruns. "Es geht darum, nach gewissen Gesprächsregeln zu streiten." Dazu gehöre, die Perspektiven beider Streitparteien wahrnehmen zu können - die Schlichter ergreifen nicht Partei für eine Seite, sondern bleiben komplett neutral. "Auf diese Weise soll die Lösung gemeinsam gefunden werden", sagte sie.
Initiatorin Kreuser, die zusammen mit Bruns und einem weiteren Lehrer die Betreuung der Schlichter übernimmt, freute sich über das Interesse. Auch für das nächste Schuljahr haben sich bereits Schüler gemeldet, die Streitschlichter werden wollen. Unter den 19 Kandidaten sind auch Gianna (15) und Hannah (13).
Die Einführung haben sie bereits hinter sich. "Wir haben schon einige Methoden kennengelernt", sagte Gianna. "Es war sehr interessant, das zu sehen. Im Alltag schreit man sich bei einem Streit ja eher an und findet oft nicht die richtigen Worte." Das Prinzip der Mediation fand Hannah sehr spannend. Sie freue sich darauf, nach den Sommerferien mit den Schülern arbeiten zu können. "Ich denke, dass das eine große Hilfe für die anderen ist", meinte Gianna.
Artikel vom 13.12.2012
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