Kardinal-Frings-Gymnasium

Migration steht im Fokus

Limperich.  Im Rahmen eines EU-Comenius-Projektes kooperiert das Kardinal-Frings-Gymnasium mit Schulen aus Finnland, Italien und Norwegen.
Runder Tisch: In international gemischten Gruppen erarbeiten die Schüler die Migrationsbewegungen und ihre Hintergründe von der Frühzeit bis heute.
								Foto: Max Malsch
Runder Tisch: In international gemischten Gruppen erarbeiten die Schüler die Migrationsbewegungen und ihre Hintergründe von der Frühzeit bis heute. Foto: Max Malsch

Die Westgoten in Spanien, die Ostgoten am Schwarzen Meer, die Vandalen in Karthago und die Langobarden in Norditalien - sie alle hatten eines gemein: Sie haben lange Wanderungen unternommen, bevor sie am Ziel waren. Auch vor Christus waren immer wieder ganze Völkerschaften in Bewegung.

Im Mittelalter gab es Pilgerreisen, in der Renaissance war Bildung ein Grund, die Heimat zu verlassen, und im 20. Jahrhundert gab es erzwungene Umsiedelungen als Folge von Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg sowie Gastarbeiterbewegungen. All das fällt unter den Begriff Migration, mit dem sich 72 Jugendliche im Kardinal-Frings-Gymnasium im Rahmen des Comenius-Projektes befassten.

Die Hälfte davon waren Beueler Schüler, die andere setzte sich aus Schülern dreier Nationen zusammen: Sie kamen von der Dokka Upper Second School in Norwegen, der Helsingin Medialukio in Finnland und dem Instituto S. Galileo Galilei in Italien. Schulleiter Bernhard Hillen begrüßte die Delegationen und leitete in die Thematik ein. Migration bedeute allgemein Wohnsitzverlagerung, ob freiwillig oder erzwungen. "Immer aber hat es eine die betroffenen Menschen zutiefst berührende existenzielle Dimension."

In international möglichst gemischten Gruppen erarbeiteten sie Migrationsbewegungen und ihre Hintergründe von der Frühzeit bis heute. Die Ergebnisse hielten sie auf Europakarten fest. Das Thema wird sie laut Projektleiterin Muriel Kasper das ganze Projekt über begleiten, für das die Gymnasiasten auch die Schulen in den anderen Ländern besuchen.

Bei diesen Treffen gehe es dann um Wanderungen weniger von Menschen als zum Beispiel von Ideen, so Kasper: "Gemeint ist zum Beispiel das Wissen der arabischen Mathematiker." Ein weiteres Thema sei die virtuelle Mobilität, die die ganze Welt leicht erfahrbar macht. "Mit dem Thema wollen wir die Einstellung der Jugendlichen zu Europa differenzieren", so Kasper. Den Schülern solle klar werden, dass ihrer aller Wurzeln in der Migration liegen.

Die Gäste waren von Mittwoch bis Sonntag in Beuel und hatten Ausflüge nach Köln und Bonn sowie Exkursionen zu den geschichtsträchtigen Städten Aachen und Maastricht unternommen. Das Kardinal-Frings-Gymnasium nimmt zum dritten Mal am Comenius-Projekt teil. In den zwei Jahren Laufzeit werden die Gäste in Familien teilnehmender Schüler untergebracht.

Comenius-Projekt:
Das schulbezogene Projekt wird von der EU gefördert und folgt dem Motto "Lebenslanges Lernen". Ursprünglich war die Förderung bis 2013 vorgesehen, wurde aber verlängert. Mindestens drei Schulen aus unterschiedlichen Ländern müssen dafür zusammen kommen und ein Thema bearbeiten. In zwei Jahren Laufzeit muss mindestens eine Fahrt zu einer der anderen Schule vorgenommen werden.

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