"Hilfe, die Herdmanns kommen"

Chaos-Familie stellt auch das Krippenspiel auf den Kopf

LIMPERICH.  Die Geschichten rund um die Familie Herdmann sind vielen Kindern bekannt, und deshalb war das Interesse an dem Musical "Hilfe, die Herdmanns kommen" groß: Viele wollten sehen, was passiert, wenn ausgerechnet Eugenia, Leopold, Hedwig und die anderen Kinder der verpönten Familie die Hauptrollen in einem Krippenspiel übernehmen.
Platzen mitten in die Aufführung der Weihnachtsgeschichte: Die Herdmanns auf der Bühne des Telekom-Forums. Foto: Maxx Malsch

Die Kirchenmusiker Hubert Arnold und Wolfgang Pohl hatten dazu eine Musicalfassung komponiert, die in Zusammenarbeit mit dem Verein "Kinder ins Konzert" am Sonntag für die Öffentlichkeit und am Montagmorgen für Schulklassen im Telekom-Forum aufgeführt wurde.

Wo die Herdmanns, geschaffen von der US-Autorin Barbara Robinson, auftauchen, da fliehen die Kinder und ereifern sich die Erwachsenen. Als die sechs Kinder in die Vorbereitungen zum alljährlichen und immer gleichen Krippenspiel platzen und vorlaut die Hauptrollen für sich beanspruchen, ohne überhaupt die Weihnachtsgeschichte zu kennen, ist das Gerede und Gespött bei den Vorstädtern groß.

Ihre eigene Interpretation dieser Geschichte sorgte bei den Aufführungen für viele Lacher: Hedwig Herdmann hält den Engel der Verkündigung für Batman, die Hirten sollen Herodes vermöbeln und das ganze Stück den Titel "Die Rache von Bethlehem" tragen.

Natürlich sind Maria und Josef nicht in edle Stoffe gewandet, sondern heruntergekommen und schmutzig, selbstverständlich hat auch Jesus als Baby Bäuerchen gemacht, und auch die Idee, dass die Heiligen Drei Könige statt ihrer eigentlichen Geschenke einen Schinken mitbringen, müssen die anderen Kinder widerstrebend anerkennen: Was soll eine hungernde Familie mit Gold, Weihrauch und Myrrhe? Und so stellen die Leute nachher fest: Das war das beste Krippenspiel aller Zeiten, dank der Herdmanns.

Die Musiker hatten sich richtig ausgelebt: Vom Weihnachts-Rap bis zum Chorstück mit Gänsehaut-Effekt waren die Songs dieses Musicals kreativ und anspruchsvoll. Immer wieder wurden Weihnachtslieder mit eingebunden, unter Leitung von Markus Karas gesungen vom Rheinischen Kinder- und Jugendchor, dem Frauenchor BonnSonata, den "Right Side Singers" und dem Kinderchor "Kirchenmäuse". Jetzt, nachdem beide Aufführungen erfolgreich absolviert sind, werden die Komponisten ihre Melodien wieder einmotten müssen: "Wir haben eine Aufführungsgenehmigung vom Buchverlag nur für diese beiden Termine", sagte Andrea Will vom Verein "Kinder ins Konzert".

Erstmals wurde eine Aufführung für Schulen angeboten. Die Nachfragen sei riesig gewesen, sagte Will. Man habe aber nur fünf Schulen zusagen können: Am Montag saßen Kinder der evangelischen Grundschule Hangelar, der Burgschule in Bad Godesberg, der Erich-Kästner-Schule und der Till-Eulenspiegel-Schule in Kessenich sowie der Integrierten Gesamtschule Beuel im Forum der Telekom, die auch in diesem Jahr wieder die Aufführungen unterstützt hat.

Kinder ins Konzert

Der Verein wurde gegründet, um ganz im Sinne seines Namens den Nachwuchs für Livekonzerte zu begeistern. Er fördert und veranstaltet Konzerte und ermöglicht den Besuch von Musicals und Opern. Ein wichtiger Unterstützer dabei ist die Deutsche Telekom, die seit 2007 unter anderem Technik und Personal für Adventskonzerte zur Verfügung stellt. Weitere Sponsoren sind das Klavierhaus Klavins und die Sparkasse KölnBonn. Der Verein ist auf Spenden angewiesen, um seine Projekte umsetzen zu können.

Infos auf www.kinder-ins-konzert.de.

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