Literaturtreff im Wohnzimmer

Hans Weingartz teilt sein Faible fürs Wort mit Autoren und Bücherfans

Küdinghoven.  Ein Wohnzimmer mit einladenden Couchen, Glühwein- und Kerzenduft sowie spannende Geschichten - das sind die Zutaten, die den ersten Literaturnachmittag in Küdinghoven zu einer erfolgreichen Premiere machten. "Wir sind selbst überrascht, wie viele Besucher gekommen sind", sagte Hans Weingartz. Zahlreiche Bücherfans haben sich am Sonntagnachmittag im Wohnzimmer der Familie eingefunden, um eher unbekannten Autoren zu lauschen.
Gespräch über Bücher: Berta Brodeßer, Dorothee Paß-Weingartz und Hans Weingartz (von links) beim Literaturnachmittag.
							Foto: Fries
Gespräch über Bücher: Berta Brodeßer, Dorothee Paß-Weingartz und Hans Weingartz (von links) beim Literaturnachmittag. Foto: Fries

Dabei war dem Genre keine Grenze gesetzt, einzig das Medium Buch teilten alle Publikationen: Bartholomäus Figatowski stellte seine Dissertation "Wo nie ein Kind zuvor gewesen ist..." vor, Berta Brodeßers Bildband "Streifzüge durch Natur und Abstraktion" standen genauso auf dem Programm wie Olaf Links "Kleine bergische(n) Schulgeschichte(n)" und Hans Fraeulins "Theater für alle".

Zuhörerin Diana Scheffen war vor allem von Brodeßer begeistert. "Ich finde den Bildband und die Geschichte dazu toll", erzählt sie. "Ein wenig kann ich mich mit ihrer Kunst auch identifizieren." Denn Brodeßer malt nicht nur einfach, sondern verewigt ihre Gedanken in ihren Bildern. "Ja, mich beschäftigt auch immer Politisches und natürlich das Zeitgeschehen, wie etwa die Katastrophe in Tschernobyl 1986 und die Anschläge am 11. September 2001 in den USA ", erklärt die Künstlerin den Schaffensprozess ihrer Bilder.

Sowohl ihr Bildband als auch die Werke der anderen Autoren sind im Kid Verlag von Hans Weingartz erschienen. Zwar bestehe der Verlag schon seit gut 20 Jahren, aber der eigentliche Lehrer Weingartz pausierte einige Jahre als Verleger. Erst seit Herbst 2010 erscheinen wieder Bücher in dem Küdinghovener Unternehmen.

"Mit dem Literaturnachmittag reagieren wir auf einen Trend. Kulturelle Veranstaltungen im heimischen Wohnzimmer hat eine wachsende Fangemeinde ", erklärte Weingartz. Allzu regelmäßig wolle er aber solche Nachmittage nicht veranstalten. Vielleicht jeweils einen im Sommer und einen in der Vorweihnachtszeit. Mit der Premiere war Weingartz aber sehr zufrieden, sodass es keine Gründe gegen eine Fortsetzung gäbe.

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